11. Januar 2019

Wohnunsgeinbrüche in Freiburg nehmen zu

In letzter Zeit häufen sich Meldungen von Wohnungseinbrüchen und Diebstählen. Neben einem materiellen Schaden bleiben die Opfer oftmals auch mit einem beklemmenden Gefühl zurück. Wir haben für uns für euch beim Polizeipräsidium Freiburg nach den aktuellen Erkenntnissen erkundigt und uns außerdem viele hilfreiche Tipps eingeholt, wie ihr euer Zuhause einbruchsicherer machen könnt.

Einbrüche im Stadtgebiet Freiburg nehmen zu

StadtBESTEN: Wie wird die aktuelle Lage von der Polizei eingeschätzt?

„Mit dem Beginn der „dunklen Jahreszeit“ nehmen erfahrungsgemäß die Einbrüche in Wohnhäuser, Geschäfte und Firmen zu. Im Jahr 2018 verzeichneten wir – präsidiumsweit betrachtet einen früheren Anstieg der Wohnungseinbrüche über das jahreszeitlich ohnehin übliche Maß. Ein Faktor, der diese Entwicklung begünstigt haben könnte, ist die Grenznähe. Wir haben es unter anderem mit reisenden Banden zu tun. Wenn diese sich eine Region für ihre Beutezüge aussuchen, wirkt sich das spürbar auf die Einbruchszahlen aus.

Das Polizeipräsidium Freiburg hat bereits im Herbst 2016 die „Besondere Aufbauorganisation (BAO) Einbrecher“ ins Leben gerufen – eine Art Taskforce, deren Ziel es ist, die Wohnungseinbruchskriminalität zu bekämpfen. Durch die starke Kontroll-, Fahndungs- und Ermittlungstätigkeit der „BAO Einbrecher“ konnten in Deutschland mehr als zehn Tatverdächtige festgenommen und in U-Haft gebracht werden. In Frankreich wurden bei Einsatzmaßnahmen neun tatverdächtige Personen festgenommen. Dies führte in der zweiten Novemberhälfte zu einem spürbaren Rückgang der Wohnungseinbrüche im gesamten Gebiet des Polizeipräsidiums. Die Beruhigung der Lage hält bis heute in den Bereichen Lörrach, Waldshut, Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald an.

Im Bereich der Stadt Freiburg verzeichneten wir im Dezember 2018 starke Zunahmen beim Wohnungseinbruchsdiebstahl. Die Einbrüche verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet. Bei den Tätern handelt es sich um mehrere Gruppen, die sich weitgehend unentdeckt im Raum bewegen, was für ortskundige Täter spricht. Es ist zu vermuten, dass die Tatverdächtigen gewerbsmäßig Einbrüche begehen, mit dem Ziel, möglichst viel Diebesgut zu erlangen und zu verwerten. – Özkan Cira, Polizeisprecher

StadtBESTEN: Lässt sich ein Muster im Vorgehen der Täter erkennen?

„Zur bevorzugten Beute von Einbrechern gehören Bargeld, Schmuck und Wertgegenstände. Auch Laptops, Tablets und Smartphones werden häufig entwendet. Die meisten Einbrüche ereignen sich nicht in der Nacht, sondern am Tag. Nicht selten finde die Einbrüche zwischen 15:00 und 20:00 Uhr statt.“ – Özkan Cira

StadtBESTEN: Was können die Freiburgerinnen und Freiburger tun, um sich vor Einbrüchen zu schützen?

Je besser eine Wohnung gesichert ist und je länger der Einbruch dauert, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Täter von seinem Vorhaben ablässt. Tipps zum Einbruchschutz gibt es online oder bei unserer Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle. Unsere Experten führen jährlich mehr als 2.000 sicherungstechnische Beratungen zum Einbruchschutz durch. Terminvereinbarungen sind möglich unter 0761/29608-25. Die etwa einstündige Beratung wird vor Ort in den Wohnungen und Häusern durchgeführt und ist für die Bürgerinnen und Bürger kostenlos.“ – Özkan Cira

Foto-Credit: iStock/ricardoreitmeyer

Maßnahmen, die Freiburgerinnen und Freiburger ergreifen können

„Viele Einbrüche können bereits durch einfache Verhaltensregeln verhindert werden“, so Polizeisprecher Özkan Cira, und gibt die folgenden Tipps an die Hand:

  • Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit verschließen.
  • Gekippte Fenster sind offene Fenster und für Einbrecher leicht zu öffnen.
  • Wer den Schlüssel verliert, sollte umgehend den Schließzylinder auswechseln.
  • Wer das Haus verlässt, sollte die Tür nicht nur ins Schloss fallen lassen, sondern immer zweifach abschließen, auch bei kurzer Abwesenheit
  • Haus- und Wohnungsschlüssel sollten nie draußen deponiert werden. Einbrecher kennen jedes Versteck!
  • Rollläden sollten in der Nacht, nach Möglichkeit aber nicht tagsüber geschlossen werden. Heruntergelassene Rollläden signalisieren Abwesenheit.
  • Wenn es an der Tür klingelt, nicht bedenkenlos öffnen, sondern Fremden gegenüber ein gesundes Misstrauen zeigen. Empfohlen werden Türspione und Sperrbügel.

Gelegenheit macht Diebe. Diese Redewendung kommt nicht von Ungefähr. Und eine günstige Gelegenheit bedeutet „geringes Entdeckungsrisiko bei größtmöglichem Ertrag„. Unter anderem unterstreicht die Polizei die Rolle der Nachbarschaftshilfe als eine wichtige Komponente, um sich vor Einbrüchen zu schützen. Konkret bedeutet das:

  • Kontakt zu den Nachbarn pflegen. In einer aufmerksamen Nachbarschaft haben Einbrecher kaum eine Chance.
  • Bewusst auf verdächtige Situationen achten.
  • In Mehrfamilienhäusern den Hauseingang auch tagsüber geschlossen halten. Außerdem sollte man prüfen, wer ins Haus will, bevor man den Türöffner drückt.
  • Auf Fremde im Haus oder auf dem Nachbargrundstück achten und diese ansprechen.
  • In Mehrfamilienhäusern Keller- und Bodentüren immer geschlossen halten.
  • Wohnungen von länger abwesenden Nachbarn betreuen, also z.B. den Briefkasten leeren. Dadurch wird der Eindruck erweckt, die Wohnung sei durchgehend bewohnt.
  • Bei Gefahr (Hilferufe, ausgelöste Alarmanlage) und in dringenden Verdachtsfällen sofort die Polizei über Notruf 110 alarmieren.

Tipps zum Einbruchschutz findet ihr online und bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle:

Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Freiburg und Emmendingen
Stefan-Meier-Str. 35
79104 Freiburg
0761 29608-25
freiburg.pp.praevention@polizei.bwl.de

 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei Freiburg stehen euch sowohl beratend als auch im Notfall zur Seite.

 

Quelle: Polizeipräsidium Freiburg
Foto-Credit Titelbild: iStock/LuckyBusiness