2. Oktober 2019

Woche der seelischen Gesundheit

In der Woche der seelischen Gesundheit dreht sich dieses Jahr alles um die Themen Depression und Suizidprävention! Da die meisten Menschen gar nicht oder nur sehr schlecht über psychische Erkrankungen informiert sind, kann man vom 10. bis 17. Oktober verschiedene Vorträge in Freiburg und Emmendingen besuchen.

Die Gesundheit eines Menschen ist wichtig – da sind sich alle einig! Doch neben der körperlichen Gesundheit ist auch immer die seelische Gesundheit entscheidend, um ein zufriedenes und erfülltes Leben führen zu können. Diesen Aspekt unterschätzen die meisten und sind folglich kaum über mögliche Behandlungen von psychischen Erkrankungen und den Umgang mit Betroffenen vertraut. Auch in Freiburg gibt es viele Menschen, welche unter einer Depression leiden und sich häufig nicht trauen, mit jemandem darüber zu sprechen, aus Angst vor Ausgrenzung oder Unverständnis. Um dem entgegenzuwirken, organisiert der Gemeindepsychiatrische Verbund Freiburg seit nun schon 20 Jahren jedes Jahr im Oktober eine Woche der seelischen Gesundheit.

Das Programm

Am Donnerstag, den 10. Oktober gibt es für alle Interessierten um 19:30 Uhr den Film „Dem Himmel zu nah“ (91 Minuten) zu sehen. Erzählt wird die Geschichte einer Frau, die sich auf Spurensuche durch ihre bewegte Familiengeschichte begibt. Die Autorin stellt sich die Frage, was ihren Bruder und ihre Schwester trotz einer glücklichen Familie und keinem Mangel an Geld oder Liebe dazu trieb, sich das Leben zu nehmen. Der Film wirft existenzielle Fragen auf und stellt dem Tod das Leben und die Liebe entgegen. Eine anschließende Diskussionsrunde mit Wolfgang Stich (Arbeitskreis Leben e. V.) und Prof. Dr. Dr. Katharina Domschke (Ärztliche Direktorin der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie; Vorstand Freiburger Bündnis gegen Depression e.V.) bietet ausreichend Zeit für Gespräche. Das ganze findet im Kommunalen Kino Freiburg in der Urachstraße 40 statt und kostet regulär 7  € Eintritt. Für all diejenigen, die den ersten Termin nicht wahrnehmen können, gibt es am 13. Oktober um 17:30 Uhr eine Wiederholung.

Sensible Einsichten in die Innenwelt einer Depression kann man am Freitag, den 11. Oktober ab 18:30 Uhr in der Theaterbar erhaschen. Die Fotografin Nora Klein stellt ihren Bildband „Mal gut, mehr schlecht“ vor – statt mit Worten ist hier die Gefühlswelt depressiver Menschen visuell dargestellt. Mit dabei ist außerdem Sabine Fröhlich, eine Frau welche selbst von Depressionen betroffen war und anhand der Bilder ihre eigene Lebensgeschichte schildert.

Alle Möglichkeiten und die Grenzen von ambulanter Suizidprävention kann man am Montag, den 14. Oktober ab 18:30 Uhr im Bürgerhaus Zähringen kennenlernen. Diplom-Sozialarbeiter Wolfgang Stich (langjähriger Leiter des AKL) stellt die Arbeitsweise des Vereins und dessen Hilfsangebote vor. Eine Krisenbegleitung durch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spielt dabei eine große Rolle. Der Vortrag wird mit Lesebeiträgen der Autorin Vera Maria ergänzt.

Am Mittwoch, den 16. Oktober gibt es gleich zwei spannende Vorträge!

Von 16:30 bis 18:00 Uhr wird geklärt, was der Begriff Suizidalität überhaupt bedeutet und wie richtig damit umgegangen wird. Thomas Lutter, Oberarzt der Klinik für affektive Störungen und psychosomatische Medizin, spricht unter anderem darüber, wie das Zentrum für Psychiatrie Emmendingen mit diesem sensiblen Thema umgeht. Aber nicht nur in der Klinik, sondern auch im sozialen Umfeld sind suizidgefährdete Menschen oft verunsichert über die Reaktionen Angehöriger auf suizidale Äußerungen. Jessica Krebs (Mitarbeitende im Sozialdienst des ZfP Emmendingen) setzt sich intensiv mit dieser Perspektive auseinander. Der Vortrag findet im Zentrum für Psychiatrie Emmendingen, Konferenzraum Rollerhaus in der Neubronnstraße 25 statt.

Angst und Depression im Spiegel der Kunst“ heißt der Vortrag um 19:00 Uhr, welcher in der Universität Freiburg stattfindet. Prof. Dr. Dr. Katharina Domschke stellt verschiedene Aspekte von Angst und Niedergeschlagenheit, von Angsterkrankungen und Depressionen aus dem Blickwinkel der Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie anhand von Gemälden, Fotografien und Skulpturen dar. Sie möchte die Menschen ermutigen, bei unangenehmen Gefühlen nicht wegzuschauen, sondern hinzusehen.

 

Wir freuen uns auf viele spannende Eindrücke und hoffen, dass mehr Menschen diesem wichtigen Thema Aufmerksamkeit schenken!

 

Quelle: Stadt Freiburg
Foto-Credit Titelbild: iStock/Natali_Mis