19. April 2016

Warnstreikwelle in Freiburg

Am Donnerstag, den 21.04. bestreikt ver.di die VAG. Den ganzen Tag fahren keine Bahnen und Busse. Auch zahlreiche öffentliche Einrichtungen bleiben geschlossen.

ver.di Südbaden hat im gesamten öffentlichen Dienst zu Streiks aufgerufen. Am Donnerstag werden in ganz Freiburg von Betriebsbeginn um 4.00 Uhr bis Betriebsschluss keine öffentlichen Verkehrsmittel fahren.

Von dem Streik betroffen sind auch die Schauinslandbahn sowie das Kundenzentrum pluspunkt, das VAG-Fundbüro und die Abteilung für das erhöhte Beförderungsentgelt im VAG-Zentrum. Im Omnibusbereich verkehren lediglich die Linien 15 , 16 und 31. Bei der Linie 32 entfallen die Fahrten im Berufs- und Schülerverkehr. Die auf dieser Linie im Auftrag der VAG durch die Firma Tuniberg Express durchgeführten Fahrten werden trotzdem angeboten. Die VAG weist darauf hin, dass die trotz des Streiks verkehrenden Buslinien keinen Anschluss an andere Stadtbahn- oder Buslinien der VAG bieten.

Auch alle übrigen städtischen Einrichtungen treten ab 5.00 bzw. 6.00 Uhr in den Streik. Dazu gehören: Stadtverwaltung,  Gartenamt, Abfallwirtschaft, Bäder, Kindertagesstätten und Jugendeinrichtungen.
Viele Kitas und Bäder bleiben geschlossen oder machen nur noch Notdienst. Der Müll wird nicht abgeholt und Bürgerdienste verzögern sich. Auch Beschäftigte der Badenova, des Theaters und der Sozialversicherungen werden ihre Arbeit niederlegen. Parallel dazu werden außerdem die Beschäftigten des Badischen Roten Kreuzes und verbeamtete Beschäftigte zum Protest aufgerufen.

Ab 12.00 Uhr wird außerdem eine Demonstration und Kundgebung in der Freiburger Innenstadt erwartet. Startpunkt ist das neue Gewerkschaftshaus in der Friedrichstraße 41. Zur Abschlusskundgebung am Kartoffelmarkt ist die ver.di Landesvorsitzende Leni Breymeier angekündigt.

Grund für den Streik sei laut ver.di ein „provozierendes Angebot“, das letzte Woche von den Arbeitgebern der Beschäftigten im öffentlichen Dienst des Bundes und der Gemeinden vorgelegt wurde.

„Wir warnen vor einer Deflation in Deutschland! Wer mickrige Angebote macht, verantwortet die nächste Finanzkrise. In der wichtigsten Tarifrunde des Jahres entscheidet sich auch, wohin der Weg unserer Wirtschaft hingeht. Keine Fortsetzung der Sparpolitik zu Lasten der Bürger! Wir brauchen eine Stärkung der Nachfrage und des öffentlichen Dienstes,“ so Reiner Geis, ver.di Geschäftsführer Südbaden

Die Arbeitgeber bieten ab Juni 2016 eine Gehaltserhöhung von lediglich 1%, im Jahresschnitt ergibt das eine Anhebung von 0,6 %. Für 2017 hatten sie ein zeitversetztes Angebot von 2 % angeboten, jahresbezogen sind das nur 1,2%.

ver.di fordert allerdings eine Anhebung der Entgelte um 6 %, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro monatlich, sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden und keine Eingriffe bei den Leistungen der Betriebsrente (ZVK).

Ablauf am Donnerstag, 21. April 2016:

  • 04:00 Uhr: Streikbeginn VAG, ab 5:00 ASF, ab 6:00 alle übrigen städtischen Einrichtungen
  • 09:00 Uhr: Eröffnung der Streiklokale
  • 10.15 Uhr: Streikrede vor der VAG mit tollen Bildern zu „Hände weg von der Betriebs-Rente“
  • 12:00 Uhr: Treffen vor dem Gewerkschaftshaus Friedrichstraße 41, zum Demozug
  • 12.20 Uhr: Kundgebung auf dem Kartoffelmarkt mit Leni Breymeier, ver.di Landesvorsitzende