22. Mai 2018

Tanztheater Generation Y – Interview

Eindrucksvoll, packend und absolut authentisch. Die Mädels der Freiburger Tanzgruppe Diamond Dust malen mit dem selfmade Tanztheater "Generation Y" ein hemmungslos ehrliches Bild ihrer Generation.
Sie verpacken Klischees, Vorurteile und soziale Kritik in einen schauspielerischen Mix aus Tanzgenres und kreativen Performances. Nicht wenige der Zuschauer erkennen sich im Laufe des Stücks selbst wieder. Wir haben die Mädels beim Training besucht und sie zu ihrem Projekt befragt.

StadtBESTEN: Ihr habt das Tanztheater selbst ausgearbeitet. Wie lange hat das gedauert und wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Diamond Dust: Die Idee, ein Tanztheater auf die Beine zu stellen, kam uns im Sommer 2016. Wir waren auf dem Weg zu einem Wettbewerb und haben darüber geredet, wie es mit uns weitergehen soll. Einige von uns hätten im nächsten Jahr das Alter erreicht, in dem wir nicht mehr bei Wettkämpfen antreten dürften, was die Gruppe dann extrem verkleinert hätte. Dann haben wir hin und her gequatscht und schließlich kam die Idee: Warum machen wir nicht mal was Eigenes?

Was das Thema angeht, da hatten wir unglaublich viele verschiedene Ansätze und haben auch darüber nachgedacht, ob wir überhaupt eine eigene Geschichte ausarbeiten wollen oder nur die Tänze. Dann ist eine unserer Tänzerinnen auf einen Zeitungsartikel gestoßen und ist so auf das Thema Generation Y aufmerksam geworden. Es war eigentlich sofort klar; jeder kamen sofort Ideen wie man das Thema choreografisch umsetzen könnte und wusste sich mit dem Thema auf irgendeine Art und Weise zu identifizieren.

StadtBESTEN: Wenn ihr euch euer Projekt jetzt anschaut, worauf seid ihr am meisten stolz?

Diamond Dust: Dass es geklappt hat und dass es so wahnsinnig gut ankam. Damit hatten wir nicht gerechnet. Zwei Wochen vor Premiere waren noch über 250 Karten nicht verkauft und wir waren uns fast sicher, dass es schief geht. Erst in den letzten 10 Tagen wurden die Karten komplett ausverkauft.

Requisiten wie diese Kommode haben die Tanzmädels selbst gebaut. (Foto Credits: DAVIDed PHOTOGRAPHY)

StadtBESTEN: Wir sprechen von einem Selfmade Tanztheater. Um sich das mal vor Augen zu führen, was habt ihr alles selbst gemacht?

Diamond Dust: Alles. Von Trailer über Ticketverkauf bis hin zu Flyer und Programmheft. Auch Requisiten und die Choreographien. Das einzige was nicht von uns kommt ist die Musik, die haben wir aber auch selbst geschnitten.

StadtBESTEN: Wenn ihr an die Proben und Vorbereitungen zurückdenkt, welches Ereignis ist euch prägend in Erinnerung geblieben?

Diamond Dust: Die Trainingshütte, letztes Ostern. Da haben wir uns nochmal wirklich überlegt: Was wollen wir aussagen? Was ist unser Fazit? Wir haben viele Sachen einstudiert, sind die einzelnen Charaktere, die unser Tanztheater aussagt, noch einmal durchgegangen und haben in den winzigen Räumen getanzt. Für unsere Gruppe waren diese drei Tage wirklich produktiv.

Was auch sehr prägend war, war das Bauen der Requisiten. Wir sind natürlich keine Handwerker. Da ist viel schief gegangen, das war eine echte Herausforderung. Trotzdem hatten wir irgendwie richtig viel Spaß dabei.

Jedes der Tanzmädels verkörpert ein anderes Klischee der Generation Y. (Foto-Credits: DAVIDed PHOTOGRAPHY)

StadtBESTEN: Habt ihr an irgendeinem Punkt auch mal gedacht: „Okay, das schaffen wir nicht“?

Diamond Dust: Bei der Bühnenprobe. Da haben wir zum ersten mal auf der Bühne geprobt, auf der unsere Premiere getanzt werden sollte und es hat wirklich vorne und hinten nicht funktioniert. Die Bühne war kleiner als erwartet und wir hatten uns viel zu wenig Zeit genommen. Alle waren nervös und komplett ausgelaugt, weil wir in den Wochen davor wirklich jeden Tag an dem Tanztheater gearbeitet hatten. Es gab riesige Probleme mit der Technik, auch noch ein paar Minuten vor dem Auftritt. Trotzdem heißt es nicht umsonst, dass die Generalprobe schiefgehen muss, damit die Premiere ein Erfolg wird!

Die Mädels überzeugen mit beeindruckenden Choreographien. (Foto-Credits: DAVIDed PHOTOGRAPHY)

StadtBESTEN: Wie habt ihr die Premiere erlebt?

Diamond Dust: Die Premiere war toll. Da hat es geknistert. Schon als wir uns für den Auftritt schminkten, liefen teilweise die Tränen. Als wir bei der Premiere dann angefangen haben zu tanzen und die Leute auch zwischen den Tänzen geklatscht haben, da war uns klar, dass es richtig gut ankommt. Spätestens als die Leute am Ende reihenweise aufgestanden sind und applaudiert haben, haben wir alle geweint.

Diamond Dust nach der erfolgreichen Premiere (Foto-Credits: Alexandre Goebel)

StadtBESTEN: Habt ihr ein Ritual, dass ihr vor jedem Auftritt durchzieht?

Diamond Dust: (alle lachen) Ja. Wir nennen das: Füße küssen und Psycho-Warm-Up. Das ist auch kurz zu sehen in unserer Show.

 

Generation Y von Diamond Dust wird, aufgrund des Erfolgs im letzten Jahr, im Juni wieder aufgenommen. Tickets könnt ihr euch hier reservieren. Auch auf Facebook sind sie vertreten.

Mit diesem Flyer wird das Tanztheater wieder aufgenommen. (Foto-Credits: Diamond Dust)

Wir gratulieren den Mädels zu ihrem Erfolg und wünschen ihnen viel Glück bei der Wiederaufnahme!

 

Foto-Credits: Diamond Dust, DAVIDed PHOTOGRAPHY