22. Juni 2015

Startup made in Freiburg

Du weißt Du bist Freiburger, wenn du aus einem persönlichen Ärgernis eine Startup-Idee machst!

David Harnasch führte lange Jahre in seinem Xing-Profil den Titel „Provinzmedienprostituierter“ und hat in dieser Eigenschaft z.B. als „Senor Daffy“ im Subculture geschrieben und als „Der Nachtschwärmer“ bei TV Südbaden das lokale Nachtleben erkundet. 2009 zog er erstmals nach Berlin und übernahm das Online-Ressort der Politikzeitschrift Cicero, inzwischen ist er Chefredakteur beim Magazin der Naumannstiftung. Ein Problem hat ihn dabei immer begleitet: Als Freiberufler wartet man prinzipiell zu lange auf seine Honorare. Und als Auftraggeber hat man prinzipiell jammernde Freiberufler am Telefon, die ihr Geld wollen – was aber der Job der Buchhaltung ist.

Zusammen mit seinem Freund Ulrik Deichsel, der in der Startupszene bestens vernetzt ist, entwickelte eine Geschäftsidee: Gegen eine Gebühr können Freelancer ihre Rechnungen abtreten, bekommen sofort ihr Geld und eine Versicherung für den Fall, dass der Rechnungsempfänger pleite geht, bevor er zahlt.

Anfang 2014 stellten sie die Idee in Berlin beim „Axel Springer Plug and Play“-Accelerator vor, einem Brutkasten für Startups, und wurden prompt in dessen Programm aufgenommen. Neben ASPNP haben drei private Investoren sich als Business Angels an der Firma beteiligt.

Im April 2014 begann das dreimonatige Accelerator-Programm, also musste ein Name her für die Firma: Eingängig, kurz, nicht geschützt, mit verfügbaren Domainadressen. Beim Brainstorming um das italienische „pagare“ bleibt „Pagido“ hängen. Dass im Oktober fremdenfeindliche Rentner in Funktionsjacken unter ähnlichem Branding die Dresdner Innenstadt übernehmen würden, war da noch nicht absehbar.

Die Verwechslungsgefahr tat dem Erfolg keinen Abbruch: Neben den erwarteten und adressierten Freelancern wollen auch kleine und mittlere Unternehmen den Service in Anspruch nehmen. Außerdem melden sich Agenturen und Firmen, die die Bezahlung ihrer zuliefernden Freiberufler ausgliedern wollen. Eigentlich erfreulich, doch für das Startup zunächst ein großes Problem: Der wichtigste Kooperationspartner konnte ausschließlich Freiberufler abwickeln. In größter Hektik wird ein Ersatz gesucht, das Produkt angepasst. Seit April 2015 können nun auch Mittelständler und Agenturen bedient werden.

Ob das Startup eines Tages verkauft wird, oder als mittelständisches Unternehmen bestehen bleibt, wissen die Gründer nicht. Harnasch: „Das ist eigentlich auch egal. Ich habe in jedem Monat des letzten Jahres mehr Neues erlebt und gelernt als zuvor in einem Jahr.“

Mehr Informationen rund um Pagido findet ihr hier: www.pagido.de

Plug & Play Sturt Up Axel Springer hier: Pagido

Im Startupaccelerator Axel Springer Plug and Play