18. Juni 2017

Restaurant-Test Freiburg: Schwarzer Kater

Der neuste Beitrag unserer Reihe "Restaurant-Tipps in Freiburg und Umgebung": Mittagstisch im Schwarzen Kater. Anonym testen wir jede Woche ein Freiburger Restaurant und beurteilen ganz unabhängig Essen, Preis/Leistung, Atmosphäre und Bedienung jeweils mit 0 bis 5 Sternen. Nur die von uns am höchsten bewerteten Restaurants schaffen es in die Liste der BESTEN Restaurants der Stadt.

Die Verwunderung war groß, als das Café Aspekt in der Innenstadt im Frühjahr überraschend geschlossen hat. Und die Verwunderung war noch größer, als viele von euch auf unseren Aprilscherz herein fielen und glaubten, dass statt dem Aspekt ein neuer Sexshop an dieser Stelle eröffnen würde 😉 Die neuen Betreiber, unter anderem bekannt durch den Goldenen Sternen am Tennenbacher Platz und den Schlappen in der Innenstadt, gaben jedoch Entwarnung und eröffneten Anfang Mai die Kneipe “Schwarzer Kater”. Hier gibt es neben Frühstück auch einen Mittagstisch, welchen wir an einem Nachmittag unter der Woche testeten.

Die Lage des ehemaligen Aspekts ist natürlich unschlagbar: Direkt bei der Universität und in greifbarer Nähe zur Einkaufsmeile Kajo, kommen hier viele Passanten – also mögliche Gäste – vorbei. Wir nehmen draußen an einem der Tische Platz und werden direkt von einer Kellnerin in Empfang genommen, die unsere Getränke aufnehmen will. Ihre Ansprache “Hey Mädels” finden wir etwas unpassend – weil wir deutlich älter sind. Aber richtig negativ fällt uns das erst im Laufe des gesamten Aufenthalts auf, weil sie diese Anrede immer wieder verwendet. Wir kommen uns ein wenig spießig vor, aber sind uns einig: Wie die Kellnerin mit uns umgeht, finden wir unangenehm.


Wir bestellen eine
Johannisbeerschorle 0,4l für 3,90 Euro und einen Cappuccino für 2,70 Euroleider gibt es hier KEINE laktosefreie Milch im Angebot. In Freiburg eine echte Rarität!
Nachdem wir unsere Getränke bestellt haben, werfen wir einen Blick auf die Mittagskarte. Im Angebot steht ab 12 Uhr ein wöchentlich wechselnder Mittagstisch. Für 4,90 Euro gibt es Pasta “Tricolore” mit Schinken-Gemüse-Sahnesauce für Studenten. Ansonsten liegen die Preise zwischen 6 und 13 Euro. Wir bestellen Salat “Gaucho” mit Streifen vom argentinischen Rumpsteak und Hausdressinng für 9,20 Euro und Pfannkuchen “Försterin Art” gefüllt mit feinem Pilzragout von Champignons und Austernpilzen und Salatbouquet für 8,90 Euro.
Kurz nach unserer Essensbestellung kommen bereits unsere Getränke. Der Kaffee wird auf Anfrage mit Leitungswasser gereicht. Leider ist der Cappuccino offensichtlich aus dem Automaten – unserer Meinung nach keine Steigerung zum Café Aspekt, was die Kaffee-Qualität angeht.

Unser Essen kommt ziemlich flott. Der Salat wird mit drei Streifen Brot gebracht, um die wir im Vorfeld gebeten haben. Das Brot ist trocken und nichts besonderes. Das Rindfleisch ist gut angebraten und lecker gewürzt! Insgesamt sind wir jedoch nicht begeistert von dem Salat. Die Salatblätter sind ein wenig welk und auch der Krautsalat wirkt alles andere als knackig frisch. Nur die Kresse on top kann uns bei beiden Gerichten ein bisschen Sommerfrische auf den Teller zaubern. Der Pfannkuchen kommt nämlich mit einer winterlich schweren Sahnesauce. Geschmacklich in Ordnung, jedoch ein echt schweres Essen für ein vegetarisches Gericht.
Insgesamt sind unsere Gerichte echtes Mittelmaß – mit Preisen, die unserer Meinung nach nicht wirklich gerechtfertigt sind. Natürlich zahlt man in diesem Fall die Lage mit, doch in der Umgebung bekommt man für diese Preise einen Mittagstisch mit mehr Pepp.

Zuletzt werfen wir noch einen Blick IN den Schwarzen Kater. Die Toilette ist schon einmal weitaus sauberer, als sie im Aspekt war. Das Waschbecken wurde ersetzt und die Wasserhähne sind jetzt Bierzapfhähne. Der Innenbereich ist umgestaltet: Die Theke sieht mehr nach Kneipe aus und der Innenraum ist mit einfachen Holztischen und -stühlen eingerichtet. Das gesamte Lokal ist rauchfrei – den Raucherbereich ab 17 Uhr, wie es im Aspekt gehandhabt wurde, gibt es nicht mehr.

Am Ende lassen wir uns flott die Rechnung bringen und verlassen den Schwarzen Kater. Der Inneneinrichtung und der Speise- und Getränkekarte nach zu urteilen, liegt der Fokus hier eindeutig auf Kneipe – was zur Verteidigung der Betreiber auch so angekündigt wurde. Interessant wäre noch ein Besuch des Lokals zur Frühstückszeit, die leider im Gegensatz zum Aspekt bereits um 12 Uhr endet. Wer lange ausschlafen will, bekommt als Katerfrühstück im Schwarzen Kater direkt ein Konterbier 😉

Die Bewertung:

In der Kategorie Preis/Leistung bekommt der Schwarze Kater bei unserer Auswahl 3 von 5 Punkten. Die Getränkepreise liegen vollkommen im Durchschnitt, unsere Gerichte kamen uns jedoch teuer vor im Vergleich zu anderen Mittagstischen.

Für Atmosphäre vergeben wir 4 von 5 Punkten. Wir mögen diese Ecke einfach – hier kann man super Leute beobachten! Auch die neue Einrichtung finden wir passend, jedoch wenig aufregend.

Die Bedienung erhält 4 von 5 Punkten. Aufgrund der unserer Meinung nach unpassenden Ansprache und Art der Kellnerin, müssen wir leider einen Punkt abziehen.

Das Essen im Schwarzen Kater bewerten wir mit 2 von 5 Punkten. Unsere Gerichte haben uns leider nicht vom Hocker gehauen.

Schwarzer Kater
Bertoldstraße 26
79098 Freiburg im Breisgau