7. Juli 2020

„Niemand darf dich anfassen, wenn du es nicht willst!“

Nicolas Höfler vom SC Freiburg unterstützt die Aktion „Melde dich“ von der Fachstelle gegen Kindesmissbrauch. Die Aktion wird unter anderem durch Plakate an über 300 Litfasäulen in Freiburg beworben.

Nicolas Höfler vom SC Freiburg unterstützt die Aktion „Melde dich“ von der Fachstelle gegen Kindesmissbrauch. Die Aktion wird unter anderem durch Plakate an über 300 Litfasäulen in Freiburg beworben.

Kindesmissbrauch ist nach wie vor ein aktuelles Thema. Jährlich werden über 300 000 Kinder in Deutschland missbraucht. Gerade auch die publik gewordenen Missbrauchsfälle von Staufen führen uns deutlich vor Augen, dass Kindesmissbrauch immer noch ein Tabuthema ist, welches viel zu selten thematisiert wird. Vor allem in den aktuellen Zeiten der Corona-Pandemie, ist die Familie oft der einzige Ansprechpartner, aber gerade hier finden die häufigsten Fälle des Kindesmissbrauchs statt. Betroffene Kinder sollten darin gefördert werden, sich Hilfe zu holen. Genau dieses Thema wird durch die Kampagne „Melde dich“, die von der Freiburger Beratungsstelle Wendepunkt zusammen mit dem Verein „Wir helfen Kinder e.V“ ins Leben gerufen wurde, thematisiert. Unterstützt wird diese Aktion unter anderem durch SC Spieler Nicolas Höfler, der WALL AG und Baden.fm.

Die Vorstellung des Projekts erfolgte am Freitag, den 3. Juli 2020 im PEAC-Museum in Freiburg. Anwesend waren Botschafter Höfler, die Initiatoren des Vereins „Wendepunkt“ und „Wir helfen Kinder e.V.“ sowie die Staatssekretärin Bärbl Mielich aus dem baden-württembergischen Sozialministerium. Die Aktion soll drei Monate dauern und findet in Form einer Plakatkampagne statt, diese sind auf über 300 Litfasäulen in Freiburg platziert. Ab Juli werden zusätzlich Materialien an Freiburger Grundschüler der 3. und 4. Klasse, zusammen mit Tipps an die Lehrkräfte sowie Mitarbeitende der Schulkindbetreuung und in der Sozialarbeit versendet.

 

PK Melde dich

 

Nils Vogelsang (Geschäftsführer der Beratungsstelle Wendepunkt, hier: rechts) betont, dass eine stärkere Kultur des Hinschauens und Hinhörens etabliert werden muss. Seine Message an betroffene Kinder: „Wir wollen es wissen! Und wir werden dir glauben, dir helfen und dich schützen!“ sollte an die Erwachsenen weitergetragen werden.

PK Melde dich

Auch Bärbl Mielich (hier: links) appelliert an die Erwachsenen: „Wir alle sind für den Kinderschutz zuständig, die Erwachsenen in unserer Gesellschaft müssen aufmerksamer werden!“

Das Problem für Kinder sei oft auch das strategische Vorgehen der Täter, so Vogelsang. Sie nutzen es aus, dass Kinder sich oftmals schlecht Hilfe holen können. Die Plakate, sowie die Materialienpakete, sollen Kinder dazu ermutigen, aktiv auf die Beratungsstelle zuzugehen. Zunächst sei es aber auch wichtig eine Botschaft zu platzieren: „Niemand darf dich anfassen, wenn du es nicht willst!“, dies soll auch eine Aufforderung an die Erwachsenen darstellen. Die Kampagne zielt darauf ab, dass sich Kinder unter der Telefonnummer 0761 – 7071191 melden, wenn sie Opfer von Kindesmissbrauch sind.

Die Beratungszeiten, sowie die telefonischen Kontaktzeiten, können dem nachstehenden Flyer entnommen werden. Falls niemand erreichbar ist, gibt es einen Anrufbeantworter und die Kinder erhalten umgehend einen Rückruf.

PK Melde dich

Nicolas Höfler ist selbst Vater von vier Kindern. Da er sich, zusammen mit seiner Frau, für ein regionales Projekt engagieren wollte, nahmen sie Kontakt zu „Wir helfen Kinder e.V.“ auf. Höfler hofft, dass die Botschaft ‚Hol dir Hilfe! Melde dich!‘ bei den Kindern ankommt. Er wirbt unter anderem mit einem Videoclip auf Youtube für die Aktion. „Sexueller Missbrauch ist ein Tabuthema und schambehaftet, und jeder behauptet: Bei uns gibt es das nicht! Aber das ist falsch und wir sollten offensiv damit umgehen.“ Auch der SC Freiburg steht hinter der Aktion.

PK Melde dich

Beispiel der Plakatkampagne

 

Quelle: Presse – Information zur Pressekonferenz