4. Mai 2018

Moderner Arbeitsschutz mit Stil – mehr als nur eine lästige Vorschrift

Immer wieder wird Arbeitsschutz belächelt, von manch einem sogar als lästig empfunden. Dabei sprechen die Zahlen eine ganz eindeutige Sprache: Im Jahr 2016 ereigneten sich deutschlandweit rund 900.000 Arbeitsunfälle, die eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder den Tod zur Folge hatten, in der ersten Jahreshälfte 2017 kamen 223 Menschen während der Ausübung ihres Berufs ums Leben. Wir haben uns mit dem Geschäftsführer von KAMAN + LIEBHERR Thomas Liebherr und Theresa Liebherr über die Entwicklung und Sinnhaftigkeit des Arbeitsschutzes unterhalten. Denn dass moderne Arbeitsschutzkleidung optisch oft mehr an ein Freizeitoutfit erinnern kann und es Arbeitsschuhe auch von namhaften Sportartikelherstellern gibt - Das wissen die Wenigsten.

Zur Vorbereitung auf das Gespräch durchforsten wir das Internet nach dem Thema „Waghalsiges und Improvisiertes aus der Arbeitswelt“ und trauen kaum unseren Augen, auf welch unvorstellbare Ideen Menschen rund um den Globus kommen. Was absolut nach Photoshop aussieht, ist leider Realität und mancherorts Arbeitsalltag. Später erfahren wir, dass es auch in Deutschland so gut wie nichts gibt, was es nicht gibt. Selbst wenn die Menschen die Regeln nicht vorsätzlich missachten, sind sich Thomas Liebherr, Geschäftsführer von KAMAN + LIEBHERR, und Theresa Liebherr zum Thema Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit absolut einig:

“Es ist sehr wichtig, dass es entsprechende Regulierung und Vorgaben gibt und diese auch überwacht werden. Denn am Ende geht um das teuerste Gut, das es gibt: Leib und Leben.” – Thomas Liebherr

“Die Ausreden lauten oft ‘Ich hab es doch nur gut gemeint, ich wollte doch nur schnell…’- Doch knapp vorbei ist auch daneben. Und die wenigsten können sich vorstellen, wie schnell etwas passieren kann.”  – Theresa Liebherr

Theresa Liebherr und Geschäftsführer Thomas Liebherr beraten und unterstützen Unternehmen im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung.

Zunächst wollen wir wissen: Wer ist für die Regelungen zum Arbeitsschutz verantwortlich?

Jeder Betrieb gehört zu einer entsprechenden Berufsgenossenschaft, über die die gesetzliche Unfallversicherung organisiert ist. Die Berufsgenossenschaften erlassen für die jeweiligen Branchen klare Verhaltensregeln. Der Bereich Arbeitssicherheit unterliegt zum Beispiel einer ständigen Überwachung und jedes Unternehmen muss sich durch eine neutrale Institution dieser Überwachung unterwerfen. Aus der Überwachung resultierend werden Empfehlungen an das Unternehmen ausgesprochen, die durch den Betrieb umgesetzt werden müssen. Grundsätzlich ist es die Aufgabe des Arbeitgebers, seine Mitarbeiter in den verschiedenen Vorkehrungen und Sicherheitsmaßnahmen zu unterweisen und ihnen die notwendige Ausstattung zur Verfügung zu stellen. Der Arbeitnehmer hat wiederum den Anweisungen Folge zu leisten.

„All diese Vorkehrungen sollen verhindern, dass Menschen in ihrem beruflichen Alltag an Leib oder Leben geschädigt werden. Die Sicherheit und das Wohlergehen der Mitarbeiter dürfen nicht dem Zufall überlassen werden.” – Thomas Liebherr

Die moderne Schutzkleidung von heute erinnert vielmehr an funktionale Freizeitbekleidung.

Ob sich der Arbeitsschutz im Laufe der Jahre verändert hat? Die Antwort lautet ganz klar „Ja“, und zwar extrem dynamisch! Vor fast vierzig Jahren, als Thomas Liebherr das erste Mal die Arbeitsschutzausstellung in Düsseldorf besuchte, waren dort zwar auch schon namhafte Hersteller von Personenschutzausrüstung, kurz PSA, vertreten. Doch es gab auch genügend andere, die den damaligen Standards entsprechende, aber doch sehr einfache, Produkte präsentierten. 

“Damals hätten sich die wenigsten ausmalen können, wie es in der Zukunft abgehen wird. Heute hat das Vermeiden von Schäden am Menschen den höchsten Stellenwert. Denn im Bewusstsein der Menschen ebenso wie beim Gesetzgeber ist angekommen, dass im Zweifelsfall der Verlust eines Menschenlebens das Schlimmste ist, was passieren kann. Es gibt einfach nichts Teureres als ein Menschenleben. Man kann LKWs oder Gebäude irgendwie in Geld bemessen und auch ersetzen. Ein Menschenleben gibt es nur ein einziges Mal. Und dafür gibt es keinen Preis.” – Thomas Liebherr

„Sowohl der Schutzgedanke als auch die Akzeptanz bei den Beschäftigten spielen eine wichtige Rolle.“ – Theresa Liebherr

Arbeitsschutz mit Stil

Dieser zunehmende Stellenwert des Arbeitsschutzes im Allgemeinen spiegelt sich natürlich auch in der Entwicklung der Ausstattung wider: Zum Beispiel von einem schweren, klobigen Lederklotz hin zu einem leichten Sneaker, der bezogen auf die Schutzwirkung ein Vielfaches mehr leistet, als es früher der Fall gewesen ist. Und so wundert es nicht, dass die Menschen heutzutage ihre Arbeitsschuhe gerne auch mal in ihrer Freizeit tragen.

Trekkingschuhe? Die modernen Arbeitsschuhe sind so bequem, dass sie gerne auch als Freizeitschuhe durchgehen würden.

Generell sind die heutigen Artikel, ob Kleidung oder Schuhe, überraschend leicht, modern, sehr bequem und qualitativ auf einem sehr hohen Stand. Und während man sich früher auf Einheitsgrößen- und Passformen verlassen hat, gewinnt auch die konkrete Unterscheidung zwischen Schutzkleidung für Frauen und für Männer extrem an Bedeutung. Im Fall der Ausrüstung gibt es vom Gesetzgeber natürlich strenge Vorgaben. Die Produkte werden geprüft, außerdem müssen sie den entsprechenden DIN- und EU-Normen entsprechen.

Der Hauptsitz von KETTERER + LIEBHERR auf der Haid beherbergt unter anderem das Tochterunternehmen KAMAN + LIEBHERR Arbeitsschutz.

Grundsätzlich muss unterschieden werden zwischen normaler Berufsbekleidung und genormter Schutzkleidung. Reguläre Berufsbekleidung folgt keinen konkreten Vorgaben des Gesetzgebers, sondern hat vielmehr etwas mit den Standards der Corporate Identity des jeweiligen Unternehmen zu tun. Das Unternehmen gibt ihren Mitarbeitern vor, dass sie innerhalb des Betriebes die Bekleidungsteile des Unternehmens tragen sollen, die das Unternehmen zur Verfügung stellen. In einem solchen Fall spielt der Schutzaspekt eine nur geringe bzw. keine Rolle, vielmehr der modische Gedanke, aber auch der gemeinsame und verbindende Auftritt. Diese Freiheiten der Gestaltung sollte das Unternehmen nutzen, so die Erfahrung von KAMAN + LIEBHERR:

“Die Bekleidung muss den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den entsprechenden Modellen und Konfektionsgrößen zur Verfügung gestellt werden. Denn wenn die Teile nicht passen oder die Mitarbeiter sich darin unwohl fühlen, ist die Motivation, die Kleider zu tragen, viel geringer.” – Theresa Liebherr

Bei Schutzkleidung und -ausrüstung gibt es weniger Raum für Kreativität. Doch auch hier spielen, im Gegensatz zu früher, zum Beispiel eine große Bandbreite unterschiedlicher Konfektionsgrößen eine wichtige Rolle, denn der Schutzaspekt hängt auch mit der Passform zusammen. Ist zum Beispiel die Jacke zu groß, besteht die Gefahr, dass der Mitarbeiter mit der Jacke an einer Maschine hängen bleibt und dadurch eine Gefährdung entsteht. Einfach den unteren Reflektor abzuschneiden, nur weil die Hose zu lang ist? Das geht nicht, denn sobald eigenmächtig etwas an einem Kleidungsstück verändert wird, entspricht dieses nicht mehr der vorgeschriebenen Norm. Kommt es zu einem Unfall, greift dann unter Umständen die gesetzliche Unfallversicherung nicht.

Wie wär’s mit einer modernen Softshelljacke zum klassischen Blaumann? Heutzutage haben die Unternehmen eine Vielzahl an Optionen, wenn es um die Ausstattung ihrer Mitarbeiter geht.

Doch nicht nur die Funktionalität und die Optik der Kleidung sind entscheidend, sondern auch die Materialien, die bei der Produktion verarbeitet werden – Stichwort Nachhaltigkeit! So gibt es Lieferanten, die großen Wert auf eine nachhaltige Produktion der Textilien legen. Diese Produkte werden dann zum Beispiel von denjenigen Unternehmen bevorzugt, deren eigener Nachhaltigkeits- und Qualitätsanspruch sich auch in der Bekleidung der Mitarbeiter widerspiegeln soll.

“Heute kann es sich kein Industrieunternehmen, das sehr stark auf seine eigene Marke setzt, leisten, dass Dinge, die zum Beispiel im Bereich Arbeitsschutz zum Einsatz kommen, aus fragwürdigen Produktionsbedingungen stammen. Bei Ausstattungsfragen müssen sich die Verantwortlichen rechtfertigen: Woher stammen die Produkte? Sind die Produktionsketten und alle verarbeiteten Stoffe bekannt? Handelt es sich um eine hohe Qualität oder verlieren die Stücke nach zwei Wäschen ihre Passform? Nach außen hin ein teures Produkt zu verkaufen und die Mitarbeiter mit Billigware ausstatten? Das funktioniert nicht mehr. Heutzutage werden in dieser Hinsicht keine Kompromisse mehr eingegangen und die entsprechenden Ansprüche gestellt.” – Thomas Liebherr

Zur Corporate Identity gehört auch der einheitliche Auftritt in der Berufsbekleidung eines Unternehmens. KAMAN + LIEBHERR bietet individuelle Veredelungsmöglichkeiten an.

Eine optimale Beratung – das A. und O. bei KAMAN + LIEBHERR

Welche Unternehmen können von KAMAN + LIEBHERR betreut werden? Die Zielgruppe rangiert vom Kleinstbetrieb bis zum Großkonzern. Zu den Abnehmern gehören die gesamte Industrie und das Handwerk aber auch kommunale und staatliche Institutionen.

Bevor ein Deal abgeschlossen wird, findet viel Vorarbeit statt, denn die Ausstattung muss getestet, begutachtet und anprobiert werden, es müssen Meinungen der Mitarbeiter eingeholt werden, ggf. werden Maßanfertigungen in Auftrag gegeben. Dies ist wichtig, da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den ganzen Arbeitsalltag in dieser Kleidung verbringen werden. 

Eine der Kernkompetenzen von KAMAN + LIEBHERR ist die fachgerechte Beratung.

Die KAMAN + LIEBHERR GmbH versteht sich als Systemanbieter, weil sie zentraler Lieferant für die Ausstattung von Kopf bis Fuß ist. Neben dem Verkauf der Produkte gehören zum Portfolio sowohl die umfassende Beratungsleistung wie auch die Erstellung von Gesamtkonzepten. All diese Aspekte zeichnet das Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz aus.

“Wir erarbeiten für den Kunden ein individuelles Konzept, bei dem der Kunde alles aus einer Hand bekommt, zum Beispiel auch einen Waschservice oder die Lagerung der Ausstattung. Das macht vom administrativen Aufwand her für die Einkaufsabteilung eines Unternehmens viel mehr Sinn, als jedes Produkt bei einzelnen Lieferanten oder Herstellern zusammenzutragen.” – Theresa Liebherr

Natürlich spielt, wie in vielen anderen Branchen auch, die Konkurrenz im Netz eine Rolle. Zu den Online-Anbietern haben KAMAN + LIEBHERR allerdings eine ganz klare Haltung:

“Natürlich kann der Kunde die Produkte im Internet bestellen. Allerdings bekommt man im Netz so gut wie keine Beratung. Theoretisch kann man im Internet auch mehrere Produkte bestellen und anschließend diejenigen, die nicht passen, zurückschicken. Diese Strategie eignet sich aber kaum für große Unternehmen mit mehreren Hundert Mitarbeitern.” – Thomas Liebherr

 

Wir bedanken uns bei Thomas Liebherr und Theresa Liebherr für das informative und sehr nette Gespräch.

 

 Ihr wollt noch mehr über KAMAN + LIEBHERR erfahren? Weitere Infos bekommt ihr auf Facebook und im Web.

 

Quellen Statistik: DGUV, arbeitssicherheit.de