20. Dezember 2017

Hussein K. Mord oder minderjährig?

Der Fall Hussein K. macht erstmal Weihnachtspause. Ein Urteil ist erst im neuen Jahr zu erwarten. Wir fassen die Fakten des Falls zusammen.

Am heutigen Verhandlungstag werden lediglich Urkunden verlesen, bevor es am 08.01.2018 mit dem Mordfall weitergeht.

Hussein K. kam 2015 nach Deutschland – Als unbegleiteter, angeblich minderjähriger, afghanischer Flüchtling. Papiere hatte er nicht. Nachgeforscht wurde wegen der Flut an Flüchtlingen auch nicht. Er kam in einer Pflegefamilie in Freiburg unter und im Oktober 2016 geschah es: Nach einer erfolglosen Nacht, in der er versucht habe, sich mehreren Frauen und Männern aufzudrängen, vergewaltigte er eine 19-jährige Studentin mutmaßlich. Sie ertrank bewusstlos in der Dreisam.

Der Fall löste großes Medieninteresse aus und befeuerte die Flüchtlingsdebatte. Hussein K. soll 2013 auch in Griechenland eine Straftat begangen und dafür wegen versuchten Mordes eine Haftstrafe von zehn Jahren bekommen haben. Er wurde aber bereits nach zwei Jahren wieder aus dem Jugendgefängnis entlassen.

Zum Prozessauftakt in Deutschland gab der Angeklagte zu, älter als angegeben zu sein. Verschiedene Gutachten schätzen ihn auf mindestens 22. Überraschend teilte der mutmaßliche Vater von Hussein K. mit, dass dieser schon 33 sei. Die Frage nach dem Alter ist essentiell für die Verurteilung. Sie entscheidet darüber, ob er nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden wird. Ist er über 22, droht ihm eine hohe Strafe: Er könnte wegen Mordes verurteilt und lebenslang inhaftiert werden, statt nach Jugendstrafrecht oder gar nur der Tötung oder des Totschlags.

 

Foto-Credit: Abbildung ähnlich

Quellen: Landgericht Freiburg Pressemitteilung, Welt, Stern