2. Juli 2019

Gruppenvergewaltigung in Freiburg: Der zweite Verhandlungstag

Im vergangenen Oktober wurde eine 18-jährige Studentin vermutlich von einer Gruppe junger Männer sexuell missbraucht. Die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung erschütterte die ganze Nation. Am Montag, den 01. Juli 2019 fand der zweite Verhandlungstag im Freiburger Landgericht statt.

Der zweite Verhandlungstag

Mit einer Stunde Verspätung fängt der zweite Verhandlungstag des Mammutsprozesses an. Mit dem Vorwurf der mutmaßlichen Vergewaltigung einer 18-Jährigen, stehen 11 Angeklagte vor Gericht. Schon beim ersten Verhandlungstag war das Landgericht in Freiburg voll besetzt (wir berichteten). Die Zuschauer mussten sich gedulden, bis sie durch die Sicherheitskontrolle in den Saal des Landgerichts gelangten. Taschen und andere Gegenstände sind strengsten verboten und müssen in Schließfächer und anderen Ablagen abgegeben werden. Der Saal des Landgerichts wurde umgebaut, dass jeder untergebracht werden kann.

Zu Beginn der Verhandlung schrie ein Angeklagter durch den Saal, dass man wissen solle, was „die Frau“ gemacht hat. Danach schrie er: „Fickt euch doch alle“. Der Hauptangeklagte Majd D. liest zitternd einen Artikel, welchen ihm sein Verteidiger gegeben hat. Mehrere Angeklagte haben Kopfhörer für die Übersetzung auf. Zudem sind auch zwei Dolmetscher anwesend.

Verteidigerin Kerstin Oetjen ergreift das Wort und erzählt von anonymen Drohungen gegen sie und andere Verteidiger. Sie erklärt, „wir müssen uns vergegenwärtigen, was wir haben wollen hier in Deutschland. So etwas wie die Scharia? Oder haben wir hier noch Gerichtsverfahren, dann muss einem Angeklagten ein Verteidiger beigestellt werden.“

Danach wird der Angeklagte Timo P. über seine Vergangenheit und sein Leben befragt. Seine Verteidigerin sagt, dass er sehr nervös sei und gerne gleich aussagen möchte. Er ist der einzige der Angeklagten, der sich zu den Tatvorwürfen äußern will. Der Angeklagte sei „in falsche Kreise reingerannt“. Seine Leben sei geprägt gewesen von Drogen und Schulden. Eigentlich wolle er „einfach ein ganz normales Leben leben“.

Des Weiteren sagen noch drei weitere Angeklagte über ihr Leben aus. Ein Angeklagter aus Syrien weist Ähnlichkeiten zu den Aussagen der anderen syrischen Angeklagten auf. Es geht um die Flucht aus Syrien, abgebrochene Schulabschlüsse, verschiedene kleine Vorstrafen und den Konsum und Missbrauch von Drogen.

 

Der nächste Verhandlungstag ist für Montag, 08. Juli 2019 angesetzt.

 

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