8. Mai 2019

Erneuter Missbrauchsvorwurf gegen 41-jährigen Staufener

Am Dienstag, den 07. Mai gab es eine Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft Freiburg und des Polizeipräsidiums Freiburg.
Ein Beschuldigter befindet sich seit dem 22. Februar diesen Jahres in Untersuchungshaft. Der Vorwurf lautet sexueller Missbrauch von Kindern, in den bekannten Fällen handelt es sich ausschließlich um Jungen.

Erst im Herbst 2017 kam es zu einem Verfahren gegen eine Mutter und ihren Lebensgefährten aus Staufen, die ihren Sohn über zwei Jahre hinweg vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen haben (wir berichteten).
Jetzt wurde bekannt, dass es weitere davon unabhängige Missbrauchsvorwürfe aus Staufen gibt. Der Angeklagte, ein 41-jähriger Deutscher, wird beschuldigt, mindestens vier Kinder in den Jahren 2009-2018 mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Der Beschuldigte soll zwei der Geschädigten über seine Tätigkeit bei den Pfadfindern kennengelernt haben, zwei weitere Opfer dann später über den Freizeitbereich. Die Häufigkeit der Übergriffe zum Nachteil der Geschädigten variierten den Angaben der Staatsanwaltschaft nach stark:   Aufgrund besonderer Nähebeziehungen kam es zu zwei bis 400 Übergriffen auf die jeweiligen Opfer, so die ermittelnde Staatsanwältin.
Im Zeitraum der jeweiligen Übergriffe waren die Geschädigten zwischen acht und 14 Jahre alt. Die jeweiligen Vorwürfe der Staatsanwaltschaft lauten sexueller bzw. schwerer sexueller Missbrauch von Kindern.

Der Beschuldigte habe zu den einzelnen Kindern ein besonderes Verhältnis aufgebaut und auf Grundlage dessen die Kinder sexuell missbraucht. Er soll den Kindern außerdem suggeriert haben, dass die sexuellen Handlungen „völlig normal“ seien. Die Staatsanwaltschaft betonte außerdem, dass eine Aussage bei den Ermittlungsbehörden eine große Überwindung und eine enorme psychische Belastung für die geschädigten Zeugen bedeutet. Die Polizei und Staatsanwaltschaft können somit bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausschließen, dass es weitere Opfer gibt.

Der Beschuldigte befindet sich seit dem 22. Februar 2019 auf Antrag der Staatsanwaltschaft Freiburg in Untersuchungshaft. 

Während der polizeilichen Ermittlungen hat sich noch ein weiterer Verdacht ergeben, zu dem es aktuell noch keine weiteren Informationen gibt. Unabhängig von dem ersten Beschuldigten soll sich ein zweiter Betreuer der Pfadfindergruppe des sexuellen Missbrauchs eines Mädchens schuldig gemacht haben. Allerdings stehen die Ermittlungen zu diesen Vorwürfen noch ganz am Anfang.

Weitere Details zu den Fällen werden fortlaufend bekannt gegeben. Wir halten euch auch zukünftig auf dem Laufenden.

 

Quelle: Pressestelle Staatsanwaltschaft Freiburg
Foto-Credit Titelbild: iStock/Chalabala