Die schlafende Schöne

Diese Sage entstand 1867 mit dem Tod der jungen Caroline Christin Walter. Sie erzählt von einer tragischen Liebesgeschichte und rankt sich bis heute um ihr Grab auf dem Alten Friedhof in Freiburg.

 

Die letzte Ruhe

Die Innenstadt Freiburgs, im Jahre des Herrn 1867.

Bei offenem Fenster konnte man in der Ferne das Plätschern der Dreisam hören. In den frühen Abendstunden war es manchmal das einzige Geräusch, das in die Dachstube des Fachwerkhauses drang. Caroline genoss diese Momente. Wegen der Ruhe hatte sich die Sechzehnjährige gewünscht, in diesem Zimmer zu liegen. Die großen Dachbalken direkt über ihrem Bett wirkten wie gewaltige Zeltstangen. Zwischen ihr und dem Nachthimmel lagen nur wenige Schindeln und genau so fühlte es sich auch an. Wenn der Höllentäler durch Freiburgs Gassen heulte, war es unter dem Dach kalt und zugig. Das prachtvolle Haus des Kappelmeisters Carl Christoph Schleips besaß bessere Zimmer, die wärmer waren und schöner hergerichtet. Doch Caroline hatte beschlossen, dass die Dachstube der richtige Platz für ihre letzte Ruhe war.

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