Der Schwabe, der Freiburg kaufen wollte

Welche Geschichte steckt eigentlich hinter dem Gemälde auf dem Schwabentor? Wir haben für euch nacherzählt, was sich 1694 ereignet haben soll.

Die Ankunft eines Händlers

Freiburg, im Jahre des Herrn 1694.

Schwer rumpelte das breite Fuhrwerk auf dem holprigen Kopfsteinpflaster bis es zum Stehen kam. Zwei große, massive Fässer waren fest auf der Ladefläche verzurrt. Vier Pferde waren nötig, um die Last zu ziehen. Diese schnaubten nun unruhig und scharrten vor dem Obertor mit den Hufen. Hoch über ihnen auf den Fässern thronte ein wohlgenährter Mann in der Kluft eines Händlers. Er schien eine ganze Weile unterwegs gewesen zu sein, denn sein edler Mantel war vom Straßenstaub und Schlammspritzern bedeckt und auf dem breitkrempigen Hut glitzerten die Regentropfen des Unwetters vom frühen Morgen.

Als Georg, eine der beiden Torwachen, den Wagen abschritt, stopfte der Händler sich geduldig seine Pfeife. Der zweite Wächter des Tores, Gunter, trat an ihn heran und entzündete die Pfeife für den Fremden. „Woher kommt Ihr und was habt Ihr geladen?“, fragte er den Händler mit Blick auf die Fässer. Genüsslich sog der Fremde an seiner Pfeife, ehe er antwortete: „Ich komme durch den Schwarzwald aus Tuttlingen. In den Fässern ist Gold, denn ich möchte etwas kaufen.“ Georg, der die Umrundung des Fuhrwerks abgeschlossen hatte, zog eine Augenbraue nach oben als er das hörte. „Und was könnte so teuer sein, dass Ihr dafür zwei Fässer voller Gold nach Freiburg karren müsst?“ Der Schwabe ließ eine Rauchsäule aufsteigen, nahm seine Pfeife aus dem Mund und deutete mit ihr die Stadtmauer entlang. „Die Stadt.“ Gunter und Georg warfen sich einen kurzen Blick zu. Beinahe hätten die Wachen vor Lachen losgeprustet, doch sie beherrschten sich. Gunter trat beiseite und Georg wies die Straße hinunter. „Na dann, auf zum Rathaus!

Die ganze Sage lesen…