Der Hirschsprung

Diese Sage spielt im Jahr 1859. An der engsten Stelle des Höllentals soll damals ein Hirsch seinem Jäger durch einen waghalsigen Sprung über die Schlucht entkommen sein. Der Jäger ließ den Hirsch somit am Leben. Bis heute steht das Denkmal des Hirsches an dieser Stelle auf einem Felsvorsprung.

Eine Trophäe für den Großherzog

Das Höllental im Schwarzwald, im Jahre des Herrn 1859.

Der graue Himmel hing tief über der dreiköpfigen Jagdgesellschaft. Trotz des beständigen Regens zogen noch immer einige Nebelschwaden durch die schwarzen Tannenspitzen. Der erfolglose Versuch des Knappen Karl, ein Niesen zu unterdrücken, ließ einige Krähen aufflattern. Die hohen Felsformationen, die hier aufragten, warfen ihre krächzenden Schreie gespenstisch verzerrt zurück. Mit einem strafenden Blick bedachte Ritter Bernhelm von Falkenstein den Jüngling. Karl senkte schuldbewusst seinen Blick, zog seine triefende Nase hoch und schulterte die Armbrust und den schweren Köcher. Die beiden Bluthunde hatten die Fährte des Hirsches schon vor zwei Stunden aufgenommen. Inzwischen mussten sie ihm dicht auf den Fersen sein.

Bernhelm, ein stämmiger Ritter von Burg Falkenstein, hatte das prächtige Tier einmal kurz in der Ferne erspäht. Doch hatte es ihm gereicht, um sich darauf festzulegen: Dieses Tier sollte die Jagdtrophäe werden, die er dem Großherzog Friedrich zu dessen Vermählung mit Luise von Preußen schenken wolle. Bernhelm stand nicht besonders hoch in der Gunst des Großherzogs, nachdem er sich während des letzten Festmahls betrunken daneben benommen hatte. Ein besonders hochwertiges Hochzeitsgeschenk sollte die beiden nun wieder versöhnen.

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