28. Februar 2020

Der Coronavirus-Supermarkt-Check – was hamstern die Freiburger wirklich?

Erst kam die Bestätigung, dann die große Diskussion: Das Thema der Corona-Fälle in Freiburg wird aktuell brandheiß diskutiert. Ebenso sieht es mit den Folgen aus: Werden bald die Supermärkte schließen? Oder wird Freiburg zur Quarantäne-Stadt? Wir sind auf Spurensuche gegangen und haben überprüft, was es mit den Hamsterkäufen der Freiburger auf sich hat.

Erst kam die Bestätigung, dann die große Diskussion: Das Thema der Corona-Fälle in Freiburg wird aktuell brandheiß diskutiert. Ebenso sieht es mit den Folgen aus: Werden bald die Supermärkte schließen? Oder wird Freiburg zur Quarantäne-Stadt? Wir sind auf Spurensuche gegangen und haben überprüft, was es mit den Hamsterkäufen der Freiburger auf sich hat.

Am gestrigen Abend, den 27.02.2020, gab das Ministerium für Soziales und Integration bekannt, dass sich drei Personen aus der Region mit dem neuartigen Coronavirus „Sars-Cov-2“ angesteckt haben. Sie seien isoliert untergebracht und in klinisch gutem Zustand. Auch wir berichteten in mehreren Postings gestern Abend, die weit über 100.000 Freiburger erreichten.

Laut diversen Quellen sei dies erst mal kein Grund zur Panik. Wer sich gut schütze, der reduziere das Risiko, sich anzustecken, maßgeblich. Kurz nach unserem Post erreichten uns jedoch Nachrichten und Bilder, die leergekaufte Regale zeigten. Auch Desinfektionsmittel würde knapp. Vor allem handele es sich dabei um lang haltbaren Lebensmitteln wie trockene Teigwaren, Konservendosen und eingemachten Lebensmitteln. Auch Hygieneartikel wie Toilettenpapier, Taschentücher oder ähnliches seien nur noch schwer zu bekommen. User posteten zahlreiche Fotos in die Kommentarspalten unserer Postings, die leere Supermarktregale zeigten. Diese Nachrichten findet man nicht nur auf Facebook, sondern auch, beispielsweise, in der anonymen Internetcommunity Jodel:

 

Doch kurz nach dem Post bekamen wir diverse Kommentare, die vermuteten, die Bilder aus den Kommentaren seien nicht echt. So sehe jeder Supermarkt am Donnerstag Abend aus, die Bilder seien alt oder nicht aus Freiburg. Wir haben uns dann also die Frage gestellt:

Sind die Supermärkte wirklich so leer, dass man nichts mehr einkaufen kann? 

Zur Überprüfung sind wir in ein beliebtes Freiburger Einkaufszentrum gefahren, um für euch zu sehen, ob und wie sich die Einwohner auf einen weiteren Ausbruch der Krankheit vorbereiten.

Wir gehen weiter durch die ziemlich vollen Gänge und überhören, wie eine Mitarbeiterin, eine volle Palette Küchentücher ziehend, einer Kundin antwortet, dass sie gerade erst neue Ware bekommen hätten.

Wir fragen uns: Wie sieht es mit den Konserven aus? Knäckebrot? Tiefkühlware? Alles eben, was der Bund empfiehlt, zuhause zu haben?
Die Antwort: Ernüchternd. Es ist unklar, ob die Regale noch unter den gestrigen Hamsterkäufen leiden oder auch hier heute Warentag war, aber die Regale sind, wenn auch etwas chaotisch, nur eins: voll. Wir können auch niemanden entdecken, der mit einer Gasmaske bewaffnet den Inhalt seines Einkaufswagens auf das Kassenband bugsiert.

Sind vielleicht auch nur günstige Lebensmittel gefragt beim Hamsterkauf? Wir ziehen weiter zum Discounter. Auch hier: volle Regale. Ebenso im ansässigen Bio-Supermarkt.

Freiburgs Supermärkte sind leergekauft? Eher nicht – zumindest nicht heute. Wer den Tag in der überfüllten UB abgeschottet von sämtlichen Nachrichten verbracht hat, muss auch nicht bangen. Des Studierenden Hauptnahrungsmittel, die Tiefkühlpizza, ist noch massig vorhanden. Wer hingegen aufs Lieblingsgericht Nummer zwei – Spaghetti mit Tomatensoße – zurückgreifen will, muss zumindest seine Qualitätsansprüche zurückschrauben: Bio-Dosentomaten können wir in keinem Supermarkt oder Biomarkt mehr finden.

Ein Abstecher in die wohl bekannteste Drogerie zeigt: Freiburg wäre wohl auch für eine Magen-Darm-Grippe gewaffnet – denn an Toilettenpapier mangelt es hier nichtAuch die Fraktion „Luxus auf dem stillen Örtchen“ hat keine Probleme – neben Recyclingpapier gibt es auch Deluxe-Papier mit 4 oder mehr Lagen.

Lebensmittel wurden also entweder schnell aufgefüllt – oder gar nicht so sehr gehamstert. Die Stadtverwaltung ruft währenddessen zur Besonnenheit auf: Mit einer der besten Uni-Kliniken in Deutschland vor Ort, gut vorbereiteten Behörden und einem regelmäßig tagenden Verwaltungsstab sei das Virus „ein Grund zur Vorsicht, aber kein Grund zur Panik“ , so OB Horn in einer Pressekonferenz.