12. April 2019

9 Bräuche und Fakten zu Ostern

Woher kommt der Osterhase und wieso bringt er ausgerechnet Ostereier? Mit dieser und weiteren Fragen rund um das Thema Ostern haben wir uns beschäftigt. Wir wünschen euch viel Spaß beim Durchlesen!

Warum gibt es eigentlich den Osterhasen? 

Egal ob in Schokoladenform oder als Gebäck. Der Hase ist das Ostersymbol schlechthin. Auf die Frage, wieso ausgerechnet ein Osterhase die Ostereier bringt, werden viele Geschichten erzählt. Da die genaue Herkunft nicht bekannt ist, gibt es verschiedene Ideen über die mögliche Entstehung des Osterhasen. Manche vertreten die Meinung, dass damals durch die vorgeschriebene vorösterlichen Fastenzeit viele Eier übrig blieben. Um die Kinder nicht mit dem Fasten konfrontieren zu müssen, wurde der Osterhase erfunden. Des Weiteren wird erzählt, dass Hasen im Frühling in die Gärten und Ortschaften kommen, um Futter für den Nachwuchs zu finden. Außerdem wurden im Mittelalter die ersten Märzhasen, zusammen mit bemalten Eiern, der Frühlingsgötting Ostera geopfert. Auch wurde der Hase oftmals als das Lieblingstier der Liebesgöttin Aphrodite gesehen.

Doch es war nicht immer nur der Osterhase: Früher haben schon andere Tiere in unterschiedlichen Regionen in Deutschland die Ostereier gebracht. In Hessen zum Beispiel brachte der Fuchs, in Thüringen der Storch und in der Schweiz der Kuckuck die Ostereier. Der Osterhase sowie das Ei stehen für Fruchtbarkeit, ein neues Leben und die Wiedergeburt. Da Ostern für die Christen unter anderem für die Auferstehung Jesu steht, kann man also auch hier eine Verbindung erkennen. Das Schlüpfen eines Kükens aus dem Ei erinnert auch daran.

 

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Warum sucht man an Ostern Ostereier?

Der Medizinprofessor Georg Franck von Franckenau erwähnte den Osterhasen als erster schriftlich in einer wissenschaftlichen Arbeit. Dabei wurden die Ostereier „Haseneier“ genannt und dienten zum Vergnügen der Älteren, die die Kinder beim Suchen der versteckten Eier beobachteten. Des Weiteren dienten Ostereier als Belohnung für Kinder, wenn sie besonders fleißig und brav waren. Der Osterbrauch des Ostereiersuchens wurde im 17. Jahrhundert zum ersten Mal schriftlich erwähnt und geht wahrscheinlich auf die Zeit des Übergangs vom Heidentum zu Christentum über, als immer wieder heidnische Bräuche übernommen worden sind.

 

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Warum werden Ostereier gefärbt und bemalt? 

Im ersten Jahrhundert wurden bereits Ostereier von armenischen Christen rot bemalt, was das vergossene Blut Jesu und seine Auferstehung darstellen sollte. Außerdem wurden die übrig gebliebenen Eier aus der Fastenzeit aufbewahrt und gekocht, um sie haltbar zu machen. Dafür wurden sie rot gekennzeichnet um sie von den frischen Eiern zu unterscheiden. Am Ostersonntag wurden die „heiligen“ Eier der Karwochen geweiht, verschenkt oder gegessen. Auch in der Antike wurden Eier schon bunt bemalt und aufgehängt um die Tag- und Nachtgleiche einzuläuten. Mit der Zeit wurden die Eier immer individueller bemalt. Heutzutage bieten die bemalten Eier einen entscheidenden Vorteil: Man kann diese besser in den Verstecken erkennen.

 

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Warum heißt der Donnerstag vor dem Karfreitag Gründonnerstag?

Für viele Christen ist der Gründonnerstag ein wichtiger Tag in der Karwoche vor Ostern, denn an diesem Tag gedenken die Kirchen an das letzte Abendmahl vor der Kreuzigung Jesu. Jedoch ist die Herkunft der Bezeichnung bis heute nicht eindeutig geklärt. Viele sind der Meinung, dass der Tag nichts mit der Farbe „Grün“ zu tun hat, sondern dass sich das Wort von dem mittelhochdeutschen Wort „Greinen“ oder „Grunen“ ableiten, was soviel wie bedeutet wie wehklagen. Das ist wiederum auf den Verrat Judas‘ an Jesus zurückzuführen. Andere Meinungen behaupten, dass „Grün“ vom 14. bis zum 16. Jahrhundert für Frische und Sündlosigkeit stand. Des Weiteren mussten die Bauern im Mittelalter am fünften Tag der Karwoche ihren Bodenzins an die Grundherren abgeben. Zahlungsmittel waren unter anderem Eier und Hasen, das heißt, dass Eier auch als Währungsmittel gehandelt wurden.

 

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Warum heißt der Sonntag eine Woche vor Ostern Palmsonntag?

Eine Woche vor dem Ostersonntag, dem sechsten Sonntag in der Fastenzeit, gedenken die Christen an den Einzug Jesu in Jerusalem. An diesem Tag beginnt die Karwoche. Bei Jesus‘ Einritt in Jerusalem auf einem Esel legten die Menschen ihm unter anderem Palmblätter zu Füßen und breiteten ihre Kleider aus. Da in Deutschland keine Palmen wachsen werden hierzulande oftmals Buchsbaum- oder Weidenzweige in den Händen gehalten. Das Ganze erinnert an das Ausrollen eines roten Teppichs, was sich bis heute für besondere Veranstaltungen und Menschen etabliert hat. An diesem Tag erinnern die Kirchen in ihren Gottesdiensten an die letzten Tage von Jesus und dessen Leidensgeschichte.

 

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Warum backt man ein Osterlamm?

Neben einem Lammbraten am Ostersonntag wird heutzutage oftmals ein Osterlamm gebacken. Dieser Brauch lässt sich auf das jüdische Pessachfest/ Paschafest zurückführen, bei dem traditionell ein Lamm geschlachtet wird. Das Fest erinnert an die Befreiung der Israeliten und den Auszug aus Ägypten. Im Christentum steht das Lamm für die Reinheit und für das Lebens.

 

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Welche Bedeutung hat das Osterwassers?

Ursprünglich kommt der Brauch des Osterwassers aus dem Heidnischen, wo das Wasser als ein Symbol für Fruchtbarkeit und Leben gesehen wurde. Osterwasser ist Wasser, das man in der Osternacht oder am Ostermorgen, bevor die Sonne aufgeht, aus einem Fluss oder einer Quelle schöpft. Man glaubte, dass das Wasser an Ostern besondere Heilkräfte besitzt, dass es verjüngt und schön macht, wenn man am Ostersonntag in einem fließenden Bach badet.

 

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Woher kommt der Osterfeuer-Brauch?

Dem Brauch des Osterfeuers liegt ein heidnischer Brauch zugrunde. Durch das Feuer sollte die Sonne nach der Winterzeit auf die Erde hinuntergezogen werden und für eine gute Ernte sorgen. Die Osterkerze hingegen hat eine christliche, jüdische, griechische und römische Tradition, wobei das Licht als Symbol für Leben verstanden wird. Die Osterkerze wird in der Osternacht zum Ostersonntag am geweihten Osterfeuer angezündet und in die Kirche getragen. Dort können Gläubige die eigenen mitgebrachten Kerzen entzünden. Die Kerze brennt bis Pfingsten und steht für den überwundenen Tod Jesu und dessen Auferstehung.

 

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Was hat es mit den Osterschwämmen in St. Peter auf sich?

Den traditionellen und besonderen Brauch des Osterfeuertragens in St. Peter gibt es schon seit mehreren hundert Jahren. Dadurch, dass Kerzen früher eine Rarität waren, boten die Baumschwämme bzw. – pilze eine gute Alternative. Die Baumschwämme werden gesammelt, getrocknet und an einem Draht befestigt. Am Ostersonntag werden die Schwämme von Kindern am Osterfeuer entzündet und glühend von Haus zu Haus getragen. Die alte Tradition besagt, dass wenn man ein Teil eines Schwammes abschneidet und in das Herdfeuer legt, das Haus vor Unglück bewahrt wird.

 

Wir hoffen, wir konnten ein bisschen Licht ins Dunkeln bringen und wünschen euch viel Spaß bei der Ostereiersuche!

 

 

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Quellen: FAZ, Familie.de, Gemeinde St.Peter, NDR, Spiegel.de, SWR, Planet Wissen, Geo.de, Tagesspiegel