27. November 2015

Restaurant-Test Freiburg: BarDénia in der Wiehre

Der erste Beitrag unserer neuen Serie "Restaurant-Tipps in Freiburg und Umgebung": Das Tapas-Lokal BarDénia in der Wiehre. Anonym testen wir jede Woche ein Freiburger Restaurant und beurteilen ganz unabhängig Essen, Preis/Leistung, Atmosphäre und Bedienung jeweils mit 0 bis 5 Sternen. Nur die von uns am höchsten bewerteten Restaurants schaffen es in die Liste der BESTEN Restaurants der Stadt.

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Ein netter Empfang

Jeder, der in der Wiehre wohnt und durch die Lorettostraße zum Einkaufen fährt, hat sich wohl schon mal gefragt: Was ist das eigentlich für ein Restaurant und warum ist es immer voll? Außer natürlich, man gehört bereits zur Stammkundschaft. Und das scheint bei vielen Wiehre-Bewohnern der Fall zu sein, denn an einem Dienstagabend um 19 Uhr ist es in dem Tapas-Restaurant BarDénia zu zweit fast unmöglich einen Platz zu bekommen. Wir hatten Glück: Nachdem ich kritisch den Tisch an der Tür und die Plätze an der Theke betrachte, führt mich die freundliche Bedienung zu einem Tisch, der erst ab 20.15 Uhr reserviert ist.

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Tapas über Tapas

Ein Blick in die umfangreiche Karte überfordert mich als Tapas-Laien ein wenig. Die Gerichte sind alle auf Spanisch aufgelistet und meistens mit einer Übersetzung versehen. Was aber “Ensalada de pulpo” heißt, weiß ich bis heute nicht. Das passt aber auch irgendwie zum Charme des Lokals, das mich schlagartig in das Herz Spaniens verschlägt. Genauso wie die junge Bedienung, die mit ihrem sympathischen spanischen Akzent fragt, was wir gerne trinken möchten. Meine Begleitung bestellt selbstbewusst den Hauswein, ich warte noch darauf, was ich zu Essen bestelle. Nach langem Hin und Her haben wir uns drauf geeinigt, vier Tapas und den Herbstsalat mit gebratener Entenbrust und Weintrauben mit Balsamico-Dressing zu bestellen. Als ich die Kellnerin frage, was für ein Wein dazu passt, wirkt sie etwas verunsichert. (Ich gebe zu: Als ich früher nebenher als Kellnerin arbeitete, habe ich diese Frage auch gehasst.) Nach kurzem Sammeln beschreibt sie mir zwei Rotweine und ich vertraue ihrem Urteil und bestelle den “Ugarte Cosecha” und kann es bestätigen: Er hat tatsächlich einen ganz besonderen Geschmack!

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Charmante Einrichtung

Zum Wein wird sofort Brot gereicht. Das Leitungswasser bekomme ich auf Nachfrage auch umsonst dazu. Beim Warten auf das Essen können wir uns ein wenig umsehen. Die Einrichtung würde ich als modern rustikal bezeichnen. Schlichte Holztische und -stühle, an der Decke mit dunklen Holzbalken hängen schlichte Kronleuchter. Eine Ecke ist mit Weinflaschen dekoriert, die andere rot gestrichen und mit Spiegeln behängt. Neben unserem Tisch hängen riesige Serrano-Schinken. Die Bar ist mit bunten Fliesen geschmückt – das gleiche Muster ziert die Speisekarte. Die großen, gebogenen Fenster sind im Sommer geöffnet und sorgen für mediterranes Flair. Nach meinem Geschmack eine gute Einrichtung für ein Restaurant: gemütlich und nicht zu penetrant. Das Publikum ist komplett durchmischt. Hier findet man unter der Woche genauso junge Studentinnen, sowie das wohlhabende Ärzteehepaar um die 60, etwa 18-jährige Kapuzenpulliträger mit ihren Kumpels oder eine Gruppe alter Freunde von Mitte 40-Jährigen. Trotz der gehobeneren Preisklasse kommt es einem nicht wie ein Nobelrestaurant vor und man fühlt sich willkommen und gut aufgehoben.

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Ein Highlight: Aubergine mit Ziegenkäse 

Endlich kommt das Essen! Nach und nach werden die Tapas gebracht: Auberginenchips mit Ziegenkäse und Honig, Saison-Gemüse im Tempurateig mit zweierlei Saucen, Chorizowürste “aus der Hölle” und Kanarische Schrumpelkartoffeln mit Schale und grüner Mojosauce. Es gehört schon einiges an logitistischem Geschick dazu, die vielen Teller und Schalen auf dem kleinen Tisch unterzubringen, aber am Ende gelingt es! Nun zum Geschmack: Ich habe wirklich ganz und gar nichts auszusetzen! Normalerweise bin ich kein Fan von Obst im Salat, aber die angebratenen Weintrauben passen perfekt zum Dressing. Die Entenbrust ist ideal zubereitet: zur Mitte hin leicht rosa und geschmacklich einfach der Hit! Die Tapas schmecken auch alle sehr lecker. Die Chorizo schwimmt in einer Paprikasauce und ist ganz ihrem teuflischen Namen entsprechend schön scharf. Ein absolutes Highlight ist die Aubergine mit Ziegenkäse und Honig! Der Käse zerschmilzt über den angebratenen Gemüsescheiben und harmoniert perfekt mit dem Honig. Das Saisongemüse wird in einem Körbchen serviert und ist in seiner Teigfüllung knusprig eingebacken. Die dazu gereichten Saucen (beide wohl eine Art crème fraîche mit unterschiedlichen Gewürzen) machen das Ganze rund. Selbst die einfachen Kartoffeln sind liebevoll angerichtet und liegen in der typisch kanarischen Mojosauce, die nachdem die Kartoffeln aufgegessen sind noch mit dem Brot von uns aufgegessen wird. Zum Schluss bestelle ich noch einen Nachtisch: Crema caramell. Serviert wird sie mit ein wenig Obst und ist der perfekte Abschluss für ein authentisches, spanisches Menü.

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In der Zwischenzeit hat die Bedienung das Reservierung-Schild entfernt und uns gesagt, dass wir in Ruhe fertig essen sollen, sie würde die Reservierung woanders hinsetzen. Brot haben wir auf Nachfrage aufgefüllt bekommen. Obwohl in der Karte steht, man müsse für einen Nachschlag 1,00 Euro zahlen, stand es bei uns am Ende nicht auf der Rechnung.

Nun zu den Bewertungen:

Für Preis/Leistung gebe ich der BarDénia 4 von 5 Sternen. Jeder von uns ist wohl schon in die Tapas-Falle getappt und hat sich am Ende über die hohe Rechnung gewundert. Die Tapas kosten hier im Schnitt zwischen 4 und 8 Euro; der Salat von der Tageskarte lag bei 12,90 Euro. Für die gute Qualität des Essens, sind die Preise wohl angebracht. Trotzdem ist das Restaurant nur was für Besucher mit einem gefüllten Geldbeutel.

Die Bedienung bewerte ich mit 4 von 5 Sternen. Unsere Bedienung war äußerst bemüht und freundlich. Ihr passierten zwar Patzer, aber ihr Charme und ihre liebe Art haben alles wett gemacht.

In der Kategorie Atmosphäre bekommt die Tapas-Bar die volle Punktzahl: 5 von 5 Sternen! Die schlichte Einrichtung und die geschmackvolle Deko haben meines Erachtens keinen Fehler. Ausgelassene Stimmung und Gemütlichkeit ist vorprogrammiert.

Das Essen muss man nach unserer Auswahl ebenfalls mit 5 von 5 Sternen bewerten. Alles war lecker, liebevoll serviert und erfüllte unsere Erwartungen (im Fall vom Herbstsalat der Tageskarte, wurden meine Erwartungen sogar übertroffen).

Alles in allem kann man die BarDénia nur weiterempfehlen. Für alle, die wie ich bisher immer nur vorbeigeradelt sind: Anhalten lohnt sich! Das Gesamtkonzept des Tapas-Restaurants ist einfach überzeugend und authentisch spanisch. Am Ende störte uns nicht einmal, dass aus dem bestellten Espresso ein Cafe solo wurde.

BewertungBarDenia

Bar Dénia

Kirchstraße 70

79100 Freiburg im Breisgau