13. August 2018 Re-Use: Eine App für Freiburger Straßenschätze

Re-Use: Eine App für Freiburger Straßenschätze

Wer kennt sie nicht? Kartons am Freiburger Straßenrand, gefüllt mit allerlei Dingen und der Aufschrift "Zu Verschenken", die nur darauf warten, dass man zugreift. Damit man nicht mehr vor einer leeren Schatzkiste steht, hat Manfred Szabo eine App entwickelt.

„Mist, wieder zu spät!“, denke ich mir und stehe vor einem leeren Pappkarton. Auf der kleinen Box steht in einer krakeligen Schrift „Zu Verschenken“ geschrieben. Etwas enttäuscht laufe ich weiter und rätsele, welcher große oder kleine Schatz sich darin wohl befunden hat.

Damit so etwas nicht mehr passiert, hat Manfred Szabo die kostenlose Web-App „Re-Use“ entwickelt. Als „Straßenschätze“ bezeichnet er Bücher, Kleider, Möbel und allerlei Krimskrams, die sich zunehmend auf Freiburger Gehwegen befinden. Über die App werden Informationen über die Schätze zur Verfügung gestellt, die zum Mitnehmen auf die Straße gestellt werden. Ihr könnt die Fundstücke selbst posten oder nach ihnen in eurer Nähe suchen. Die App beschränkt sich auf drei Rubriken: Bücher, öffentliche Bücherschränke und andere Gegenstände zum Mitnehmen.

Die drei Kategorien helfen euch dabei, das Gefundene besser einzuteilen. Foto-Credit: Manfred Szabo

Aber wie funktioniert die App genau? Die Anwendung wird direkt im Browser und ohne Download und ohne Installation gestartet. Den Link zur Registrierung findet ihr hier. Dieser kann vom Smartphone aus geöffnet werden. Für Nutzer von iPhones ist die App derzeit noch nicht erhältlich. Eine Suchfunktion informiert euch über die Gegenstände, die sich in eurem Umkreis befinden. Ihr könnt die Suche nach Belieben spezifizieren. Falls aktuell in eurem Umkreis etwas auf die Straße gestellt wurde, wird euch dies auf einer Landkarte zusammen mit weiteren Informationen zum Fund angezeigt. Im Gegenzug könnt ihr aber auch die entdeckten Schätze posten. „Beim Posten erstellt ihr einen kleinen Steckbrief und schießt zum Beweis ein Foto„, sagt Manfred Szabo. Darüber hinaus werdet ihr mit sogenannten Karmapunkten belohnt – und gutes Karma können wir schließlich alle gebrauchen! Ab einer gewissen Anzahl werden euch so weitere Features freigeschaltet.

Sammelt Karma-Punkte, indem ihr regelmäßig Fundstellen postet. Foto-Credit: Manfred Szabo

Manfred Szabo erzählt uns, wie er auf die Idee gekommen ist, ein solches Projekt ins Leben zu rufen. Dinge möglichst lange zu nutzen, das ist es, was dem Erfinder der App am Herzen liegt. Viele Dinge, die zum Mitnehmen an den Freiburger Straßenrand gestellt werden, bleiben oftmals unbemerkt. Die App soll animieren, andere Freiburger über die Entdeckungen zu informieren und darüber mit ihnen in Kontakt zu kommen. In der Vergangenheit sind Manfred Szabo immer wieder Bücherkisten auf Gehwegen aufgefallen, die manchmal mehrere Tage dort standen und dementsprechend auch ausgesehen haben. Ihm war klar, dass diese Bücher, falls sie nicht mitgenommen werden, im Abfall landen. Seine Idee war es, Büchersuchende und diejenigen, die die Bücherkisten hinausstellen, zusammenzubringen.

Re-Use zeigt euch auf einer Landkarte, wo ihr was finden könnt. Foto-Credit: Manfred Szabo

Das gesamte Unterfangen begann mit einer Webseite. Büchersuchende konnten sich auf ihr registrieren und das Hinausstellen von Bücherkisten vorab ankündigen. Es gab viele, die Bücher suchten, jedoch kaum welche, die Bücherkisten ankündigten. In der Hoffnung, hierfür eine Lösung gefunden zu haben, änderte Manfred Szabo das Konzept und entwickelte gemeinsam mit einem Kollegen die App, die es ermöglicht, die Entdeckungen zu posten und somit zu verbreiten. Um einen noch größeren Nutzen für die Anwender zu erzielen, sollten möglichst viele diese App nutzen und alles Mögliche posten, was sie entdecken. Dadurch könne ein positiver Netzwerkeffekt entstehen – das Ziel des Entwicklers.

Die Kosten und die Finanzierung des Projektes sollen über ein langfristiges Crowdfunding erfolgen. Um das Projekt am Leben zu erhalten, ist es möglich, dieses ab einen Euro im Monat zu unterstützen.

Je mehr Menschen die App anwenden, umso nützlicher wird sie – Macht mit, begebt euch auf Straßenschatzsuche und bereitet anderen mit euren aussortierten Schätzen selbst eine Freude! 

 

Foto-Credit: Manfred Szabo

Quellen: Manfred Szabo, Street Book