12. Juni 2019

9 Fragen an die Freiburger Band „Liner Notes“

Die Band "Liner Notes" gibt es nun offiziell seit fast zwei Jahren. Am Freitag, den 14. Juni 2019, findet die Release Party ihres ersten Albums "The Struggle And The Love" im Artik in Freiburg statt. Wir durften Julia, Paul, Timo, Nic, Björn und Lukas schon vorab bei den Proben besuchen und uns mit ihnen über die Band, das Album und das Konzert unterhalten.

StadtBESTEN: Woher kommt ihr, wie kamt ihr zur Musik?

Timo: Eigentlich haben wir uns alle durchs Studium kennengelernt, da wir alle an der hKDM (Hochschule für Kunst, Design und Populäre Musik Freiburg) studieren bzw. studiert haben. Unser Bassist Lukas gehört zu unserem Freundeskreis. Unsere Band ist total bunt zusammengewürfelt und auch ein bisschen international – wir haben den Nic aus Bern, Schweiz und die Julia aus Genf, Frankreich. Julia singt und rappt, genauso wie Björn. Timo spielt Klavier, Nic spielt Gitarre, Paul ist an den Drums und Lukas ist unser Bassist. Zur Musik kam jeder erstmal für sich, durch Instrumentalunterricht, die Kindheit und die Jugend – jeder von uns spielt schon sehr lange ein Instrument.

 

StadtBESTEN: Für was steht ihr als Band? Was macht euch besonders?

Timo: Liner Notes steht vor allem für den Freiheitsgedanken. Wir versuchen eigentlich nicht, in Schubladen zu passen, sondern machen einfach das, worauf wir Bock haben. Wir machen das, was uns Spaß macht,  wobei die Community ganz vorne steht.

Nic: Am Anfang ging unsere Musik eigentlich mehr in die Hip Hop und Jazz Richtung. Was wir jetzt machen ist eher ein Mix aus RnB, Soul, Black Music, Jazz, Hip-Hop – alles bunt gemischt.

Timo: Unser Album findet man offiziell in der Kategorie Neo-Soul. Jazz ist die Grundmessage, die Basis. Aber wir sind auch alle in den 90ern aufgewachsen und wir alle sind mit Hip-Hop groß geworden. Natürlich spielen auch der Funk und der Soul eine Rolle. Bei uns kommt einfach alles zusammen.

 

Die „Liner Notes“. Von Links: Paul (Drums), Nicolas/Nic (Gitarre), Timo (Klavier), Björn (Gesang), Lukas (Bass), Julia (Gesang, Rap). Foto-Credit: StadtBESTEN

 

StadtBESTEN: Wann kamt ihr auf die Idee eine Band zu gründen? Und was hat der Name „Liner Notes“ zu bedeuten?

Timo: Eigentlich kam die Idee durch meine Bachelorarbeit. Wir hatten einfach so viel Spaß beim Aufnehmen und Produzieren des Albums, dass wir  festgestellt haben, dass wir alle die Liebe zur Musik teilen. Mit der Zeit kamen wir einfach zusammen und es hat sofort gepasst.

Paul: Liner Notes sind die Texte auf den Schallplatten, wer bei einer Platte alles mitgeschrieben und wer alles aufgenommen hat. Uns ist vor allem wichtig, was in und hinter einem Album steckt, und nicht nur, was auf dem Cover steht. Sozusagen ein Tiefblick hinter die Fassade. Und deswegen heißen wir „Liner Notes“.

 

StadtBESTEN: Ihr habt ja auch schon französische Lieder gemacht. Wie viele Sprachen sprecht ihr und welche Instrumente könnt ihr spielen?

Paul: Französisch, Englisch, Deutsch, und ein bisschen Möchtegern-Spanisch. *lacht*

Nic: Wir haben außerdem einen Harmonizer, welchen die Julia spielt. Der funktioniert eigentlich wie ein Klavier, welches ihre Stimmen verdoppelt und dann in andere Töne umwandelt. Es klingt ein bisschen digital aber genau das macht es aus, dass es ein kompletter Effekt ist. Der Harmonizer ist sozusagen ein bisschen unser Markenzeichen geworden.

Timo: Durch den Harmonizer bekommen wir einen enorm drückenden Sound und stehen uns trotzdem nicht im Weg. Wir mussten es sehr lange auschecken, dass alle Instrumente miteinander harmonieren, da wir ja schon drei Akkordinstrumente haben. Aber jetzt haben wir einfach einen einzigartigen Sound.

 

StadtBESTEN: Wer schreibt eure Texte?

Timo: Eigentlich primär Julia. Der Großteil der Bachelorarbeit wurde zwar von mir geschrieben, wobei ich als Pianist echt lange für die Texte gebraucht habe. Texte schreiben als Instrumentalist ist nicht so leicht und braucht echt viel Zeit. Julia ist einfach viel schneller und wahnsinnig kreativ – vor allem die Hooklines. Sie bekommt von mir Akkorde vorgelegt oder wir jammen in der Probe und sie hat auf Anhieb eine super coole Hook.

 

StadtBESTEN: Was erwartet die Besucher bei eurem Konzert am Freitag?

Timo: Ich hoffe ich spreche für uns alle, aber die Gäste können vor allem ganz viel Liebe erwarten. Ich glaube „Liner Notes“ ist eine Band, die möchte, dass sich die Leute pudelwohl fühlen. Wir versuchen einfach, dass was wir machen, zu genießen. Nach unserem Konzert am Freitag gibt es dann erstmal noch eine große Party. *lacht*

Julia: Wir sind jetzt vielleicht nicht so die Partyband, die typische Partysongs macht. Wir haben auch eine Vorband. Wir möchten einfach eine schöne Atmosphäre kreieren. Ab 20.30 Uhr sind Open Doors, um 21.00 Uhr spielt die Vorband und um 22 Uhr spielen wir. Ab ca. 23.30 Uhr fängt dann der Aftershow Dj an, der bis zum Ende um ca. 5.00 Uhr morgens spielen wird.

Foto-Credit: Liner Notes

 

StadtBESTEN: Was war bis jetzt euer größter Erfolg? Worauf seid ihr besonders stolz?

Paul: Wir hatten eine kleine Tour letztes Frühjahr, bei der wir ein Wochenende lang jeden Abend einen Gig gespielt haben. Das war wirklich krass, weil wir jeden Abend in unglaublichen Locations gespielt haben. Wir wurden wirklich sehr gut behandelt und konnten mit den Leuten einfach ordentlich feiern. Ich glaube, das war die intensivste Erfahrung die wir hatten. Danach sind wir dann erstmal daheim angekommen und waren total fertig .*lacht* Es war einfach schön zu sehen, dass wir in Locations gespielt haben, wo uns niemand kannte, aber alle Leute sich sofort angesprochen gefühlt haben und Bock hatten, mit uns zu feiern. Das war zumindest für mich eine der coolsten Erfahrungen bis jetzt.

Julia: Für mich war auch „Freiburg stimmt ein“ letztes Jahr am Kanonenplatz eine tolle Erfahrung. Hinter uns ist die Sonne untergegangen und mit all den Leuten war das wirklich schön.

 

StadtBESTEN: Julia, wie ist es denn so als einziges Mädchen unter fünf Jungs? Wie kann man sich das vorstellen

Julia: *lacht* Also ehrlich gesagt bin ich total glücklich darüber, weil ich sie alle sehr, sehr entspannt finde. Wir haben alle die gleiche Mentalität. Deswegen kann man sich das eigentlich nur gut vorstellen. Ich fühle mich auch sehr behütet zwischen den Jungs und find es einfach nur schön.

Timo: Wir sind sozusagen ihre beste Freundin. *lacht*

Björn: Julia ist einfach die Boss Queen. *lacht*

 

StadtBESTEN: Was ist euer Traum? Wie soll euer Leben in zwei Jahren aussehen? 

Björn: Also für mich, ich denke ich spreche da auch für einige aus der Band, ist es wichtig, unsere Musik so spreaden zu können, dass wir viele Leute erreichen. Nicht auf kommerzieller Ebene, dass wir jetzt sagen, wir wollen reich werden oder mega viel Geld verdienen – darum geht es, glaube ich, keinem von uns. Sondern, dass wir mit unserer Musik und mit dem, was wir haben, lieben und machen, so viele Leute wie möglich erreichen. Ich glaube ein Traum wäre, bestimmte Locations zu bespielen, oder eine geile Tour zu machen. Vielleicht auch außerhalb von Deutschland oder dem deutschsprachigen Raum. Vielleicht London.

Paul: New York wäre natürlich auch mal gut. *lacht*

Julia: Ich find es sehr selten, dass sich eine Band so gut versteht wie wir – was ich total schön finde. Ich würde mir in zwei Jahren wünschen, dass wir eine Location in Freiburg hätten, wo man irgendwie zusammen ein Studio hat. Ein gemeinsamer Proberaum, wo jeder sein Zeug machen kann, aber natürlich auch als Band zusammen. Proben und Songs aufnehmen und auch andere unterrichten kann. Eine gemeinsame Kreationsstätte sozusagen.

Timo: Julia und ich hatten auch schon überlegt in eine andere Stadt zu ziehen. Das Ding ist: Früher sind viele, zum Beispiel, nach London oder Berlin gegangen, weil da auch was geht. Heutzutage, im Zeitalter des Internets, erreicht man auch von Freiburg aus viele Leute. Ich denke, was kommt, das wird kommen. Wir machen das, was sich am natürlichsten anfühlt. Hier in Freiburg haben wir eine sehr gute Homebase, man kann als Musiker hier sehr gut leben. In Berlin wäre das schon schwieriger, allein wie man fürs Spielen bezahlt wird. Am natürlichsten ist es jetzt erstmal in Freiburg zu bleiben, wie Julia sagt, ein Studio zu gründen, was jetzt auch in Planung ist. Hier im Dreiländereck passiert auch einfach viel. Es ist super schön, dass wir so zusammenhalten und alle sagen: Hey, wir bleiben jetzt hier, wir investieren jetzt erstmal die Zeit in das Projekt! Wir wollen uns jetzt erstmal auf das Album konzentrieren, mit dem wir auch sehr zufrieden sind. Jetzt spielen wir unser Release und feiern mit den Leuten. Wir freuen uns einfach, was kommt und passieren wird.

 

Foto-Credit: Liner Notes

 

Wir hatten sehr viel Spaß bei dem Interview und freuen uns schon auf das Konzert am kommenden Freitag!

 

Das Konzert findet am Freitag, den 14. Juni 2019 im Artik (ehemaliges Schmitz Katze) in Freiburg statt. Beginn ist um 20.30 Uhr, der Eintritt kostet 8 Euro.

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