9. Februar 2018 Unterwegs mit den Stadtläufern

Unterwegs mit den Stadtläufern

Seit letzter Woche gibt es das Projekt der Stadtläufer. Wir waren gemeinsam in der Innenstadt unterwegs und haben mit ihnen über ihren Job gesprochen. Was wir erlebt haben erfahrt ihr hier!

Vergangenen Mittwoch waren wir trotz frostiger Temperaturen zusammen mit den drei Stadtläufern Markus Häringer, Martin Heidinger und Kevin Reinhardt, sowie ihrer Betreuerin Manuela Weber von der f.q.b. in der Innenstadt unterwegs. Bevor es losging, haben wir einem der Stadtläufer ein paar Fragen gestellt.

Das Projekt der Stadtläufer wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ von der Freiburger Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft mbH (F.q.b) am 01. Februar 2018 gestartet und besteht aktuell aus drei Stadtläufern.

StadtBESTEN: Wollen Sie sich kurz vorstellen?

“Ich bin Markus Häringer, bin in Freiburg geboren und 31 Jahre alt. Ich war die letzten zwei Jahre leider arbeitslos und bin nun durch einen glücklichen Zufall in die Maßnahme gekommen.”

StadtBESTEN: Wie genau sind Sie zu den Stadtläufern gekommen?

“Ein Freund und Nachbar ist glücklicherweise zu der Maßnahme vermittelt worden und hat mir Bescheid gesagt und mich gefragt, ob ich nicht auch Lust darauf hätte.”

StadtBESTEN: Was waren bisher Ihre Erfahrungen? Wie reagieren die Leute?

“Sehr positiv! Das macht einem ja auch Spaß – Man ist an der frischen Luft. Jetzt ist es zwar gerade ein bisschen kalt, aber ansonsten ist der Job super. Gerade für den Sommer kann ich mir nichts besseres vorstellen!”

Die Stadtläufer helfen vor allem beim Orientieren in Freiburg.

StadtBESTEN: Was war die bisher ungewöhnlichste Anfrage von Passanten?

“Also ungewöhnlich eigentlich nicht. Seit der Bericht am Freitag in der Presse erschienen ist, sprechen einen die Leute aber deutlich häufiger an und fragen nach, was das für ein Projekt ist und wie wir dazu gekommen sind.”

StadtBESTEN: Mit welche Utensilien sind Sie denn ausgestattet?

“Wir haben alles mögliche dabei: Tempos, Pflaster – falls sich mal jemand weh tut. Wir haben Infomaterial dabei, also z.B. auch über die f.q.b. – wie die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter läuft. Außerdem weiterführende Informationen zu den anderen Projekten der f.q.b. Wir haben außerdem Hundekottüten, die wir den Leuten reichen können, falls der Hund mal irgendwo hinmacht. Das Rathaus hat uns darüber hinaus mit Infomaterial ausgestattet – Also zum Beispiel Stadtpläne und Fahrpläne, damit wir den Leuten besser beim Orientieren helfen können.”

StadtBESTEN: Habt Ihr als Stadtläufer eine feste Route durch die Stadt?

“Da das Projekt noch ziemlich neu ist, sind wir gerade dabei, die einzelnen Gebiete etwas einzuteilen und zu schauen, was Sinn macht. Wir sind erstmal nur zu dritt und können daher noch keinen sehr großen Bereich abdecken. Wenn wir mehr werden, wird sich das in Zukunft sicherlich ändern.“

Als wir in Richtung Innenstadt losgezogen sind ist uns sofort aufgefallen mit welchen offenen Augen die Stadtläufer unterwegs sind. Ihre Aufgabe ist nämlich nicht nur den Menschen weiterzuhelfen, sondern auch Verschmutzungen und Müllanhäufungen zu dokumentieren. So fielen einem der Stadtläufer direkt zu Beginn der Tour Verschmutzungen durch Grafiti auf, wovon er sofort ein Foto machte, um es später den entsprechenden Behörden zu melden. Schnell wurde auch klar, dass vor allem ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung von den hilfsbereiten Stadtläufern profitieren können.

Vor allem ältere Menschen freuen sich über das Angebot der Stadtläufer.

So wurde beispielsweise einer älteren Frau beim Einsteigen in die Bahn geholfen. Es waren bei der gesamten Tour auch besonders ältere Menschen, die sich für die Stadtläufer interessierten. Sie fragten neugierig nach deren Aufgabe und äußerten sich positiv über deren Arbeit. Aber auch denjenigen, die neu in Freiburg sind oder die Stadt besichtigen wollen, wurde geholfen. Fragen nach der nächsten öffentlichen Toilette oder bestimmten Sehenswürdigkeiten wurden von den Stadtläufern schnell beantwortet. Sie wurden zu diesem Zweck extra von der FWTM (Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe) geschult. Wissen die Stadtläufer selbst einmal nicht weiter, können sie aber auch den Weg zum Rathaus oder zur Tourismusinformationszentrum weisen, wo weitere Informationen bereitgestellt werden.

“Das Projekt der Stadtläufer läuft aktuell bis Ende 2018. Wenn es gut ankommt, kann ich mir vorstellen, dass es verlängert wird. Aktuell sind drei Stadtläufer im Einsatz. Insgesamt stehen allerdings zehn Plätze zur Verfügung. Die Plätze werden dabei vom Jobcenter an die f.q.b. vermittelt” – Manuela Weber (f.q.b., Betreuerin der Stadtläufer)

Jeder der drei Stadtläufer ist für einen Bereich der Innenstadt verantwortlich.

Besonders die positiven Rückmeldungen sind während der Tour durch die Innenstadt hervorgestochen: Einige Passenten machten beim Anblick der Stadtläufer positive Bemerkungen wie „Ich finde toll was ihr macht!“ oder „Es ist gut, dass es euch gibt!“. So war es auch nicht verwunderlich, dass der Job den Stadtläufern viel Freude bereitet. Als während der Tour die eigentliche Arbeitszeit eines Stadtläufers bereits vorbei war, wollte dieser die Tour dennoch weiter fortführen, weil ihm der Job nach eigener Aussage richtig Freude bereitet und er gerne für die Menschen da ist.

„Man bekommt eine positivere Einstellung zu den Mitmenschen und freut sich, dass man helfen kann.“ – Manuela Weber

Dass die Stadtläufer für die Menschen da sein wollen und ihnen helfen wollen wurde auch besonders deutlich, als einer der Stadtläufer eine Passantin auf ihre offene Tasche hinwies. Da in Freiburg auch Taschendiebe unterwegs sind, hat sich die Passantin sichtlich über den freundlichen Hinweis gefreut.

„Die Stadtläufer sollen Freiburg einfach noch freundlicher machen.“ – Manuela Weber

Auch das Erfassen von Verschmutzungen ist Aufgabe der Stadtläufer.

Unser Fazit: Unterm Strich lässt sich festhalten, dass das Projekt der Stadtläufer eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten ist: Langzeitarbeitslose erhalten durch das Projekt wieder eine Perspektive, erfahren durch die positiven Rückmeldungen der Passanten wieder neue Lebensfreude und hilfsbedürftige Passanten freuen sich über das vielfältige Hilfsangebot der Stadtläufer.

Wir finden das Projekt super und bedanken uns für das Interview und die gemeinsame Zeit und wünschen den Stadtläufern viel Erfolg und Freude bei ihrem neuen Job!

Mehr Infos zu den Stadtläufern erfahrt ihr hier.
Weiterführende Informationen zu der f.q.b. gibt es außerdem hier.

Foto-Credit: StadtBESTEN