4. September 2017 Wenn der „Biathlon“-Virus mitten im August um sich greift

Wenn der „Biathlon“-Virus mitten im August um sich greift

Rainer Kiefer lädt uns in seine Nordic-Schule am Notschrei ein. Wir befinden uns auf 1120 m Höhe. Es ist August. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel über den Schwarzwald. Hätten wir uns bloß für eine kurze Hose entschieden, denken wir, als wir aus dem Auto steigen. Die Jacken behalten wir vorerst an wegen der leichten Briese. Unsere Aufgabe scheint uns auf den ersten Blick fast unmöglich: ein Erfahrungsbericht über eine Skischule. Und das mitten im Sommer. Eines kann an dieser Stelle aber schon vorweggenommen werden: in den nächsten Stunden werden aus zwei Redakteuren absolut begeisterte Biathlon-Fans. [sponsored]

Rainer Kiefer, Gründer und Geschäftsführer der Nordic-Schule Notschrei, empfängt uns im Hauptgebäude seiner Skilanglaufschule, wo wir uns bei einer kleinen Führung einen ersten Eindruck verschaffen können: vom Empfang über das Café, den Seminar- und Aufenthaltsraum bis hin zu den Schlafräumen mit 34 Betten im Jugendherbergsstil. Mit dem Schritt in die Selbständigkeit hat sich der gebürtige Wiesentäler einen Traum erfüllt:

“Mit der Langlaufschule kann ich meinen Traum leben: selbstständig sein mit einer Sache, hinter der ich hundertprozentig stehe. Mein Wunsch ist es, Menschen für Bewegung im Schnee zu begeistern. Und für den Schwarzwald im Allgemeinen.” – Rainer Kiefer

Schließlich ist er, aufgewachsen im Wiesental, ein richtiger Schwarzwälder. Und der Erfolg gibt ihm recht: Im Winter, wenn man bis halb zehn Uhr abends bei Flutlicht fahren kann, kommen bis zu 96.000 Besucher an den Notschrei. Doch wie „überlebt“ eine Skilanglaufschule die warme Jahreszeit? Wer einen Blick auf die Homepage der Langlaufschule wirft, wird überrascht sein über das große Angebot für die wärmeren Monate: von Biathlon-, über Rollski- bis hin zu Mountainbike-Kursen. Und trotzdem, so Rainer Kiefer, muss das Angebot immer weiter ausgebaut werden, denn der Sommer ist lang und wird durch die Klimaentwicklung immer länger.

Biathlon ist den meisten ein Begriff, ausprobiert hat es bislang aber kaum jemand. Umso gespannter sind wir darauf, diese Sportart ausprobieren zu dürfen.

Nach der Führung durch die Langlaufschule, bekommen wir unsere Ausrüstung: jeweils ein paar Skiroller, einen Helm, Schuhe und Stöcke. Wer nicht über das notwendige Equipment verfügt, kann sich dieses vor Ort ausleihen.

Auf dem Weg zur Anlage sehen wir im Wald eine Person in Windeseile an uns vorbeirollen. Wie uns erklärt wird, trainieren hier Anfänger, Profisportler (heute dürfen wir einen Profi beim Training für die Deutsche Meisterschaft beobachten), Erwachsene und Kinder nebeneinander. Für den kommenden Tag hat sich zum Beispiel eine Gruppe Frauen angekündigt, die einen Junggesellinnenabschied feiern wollen.

Zuerst geht es zu den Schießständen.

Man schießt aus 50 m Entfernung. Das entspricht einem halben Fußballfeld. (Foto-Credit: StadtBESTEN)

Rainer Kiefer, Inhaber der Skilanglaufschule auf dem Notschrei. (Foto-Credit: StadtBESTEN)

Rainer Kiefer weist uns in die Waffe und in die richtige Technik ein. (Foto-Credit: StadtBESTEN)

Wir schießen mit Laserwaffen.

Zuerst im Liegen… (Foto-Credit: StadtBESTEN)

… danach im Stehen. (Foto-Credit: StadtBESTEN)

Wir sollen auf unsere Haltung und die Atmung achten. Die ersten Schüsse fallen und die ersten Treffer werden versenkt. Beherrscht man die Basics, werden weitere Belastungsfaktoren eingeführt: man schießt auf kleinere Scheiben, gegeneinander bzw. nachdem man eine Runde gelaufen ist und “mit Puls sieht die Welt wieder ganz anders aus.”, so Rainer Kiefer.

Nun geht es auf die Skiroller. Ein wackeligeres Unterfangen als gedacht. Für uns Laien fühlt es sich ein bisschen an wie auf Inline-Skates, aber klobiger, weil die Skiroller etwas schwerer und vor allem länger sind. Es folgen einige “Trockenübungen” erst mit nur einem Skiroller, dann erfolgt der Fußwechsel. Und immer wieder heißt es “nach vorne schauen und lächeln” – denn: hat man Spaß an der Sache, stellen sich Erfolgserlebnisse schneller und leichter ein. Dann werden beide Skiroller angeschnallt. Es erfordert einiges an Koordination, aber schon bald sehen wir die ersten kleinen Erfolge und das macht Freude auf mehr. Was uns ganz schnell bewusst wird, vor allem als wir die Ebene verlassen und die ersten Anstiege kommen: nur mit Kraft alleine kommt man hier nicht weit und ist am Ende total kaputt. Die richtige Technik macht den Unterschied.

Immer wieder verweist Rainer Kiefer auf die richtige Technik, zeigt wo der Schwerpunkt liegen soll. (Foto-Credit: StadtBESTEN)

Während auf ein kleines Erfolgserlebnis schon das nächste folgt…

… merken wir, wie wir uns vom Biathlon-Virus anstecken lassen und sehen uns schon die nächsten Wochenenden hier oben verbringen!

Nach unserer Trainingseinheit gönnen wir uns noch einen leckeren Cappuccino in der unweit gelegenen Schauinsland-Bergstation

… und nutzen die Gelegenheit vor einer traumhaften Kulisse mit dem Blick über ganz Freiburg und die Region mehr über Rainer Kiefer und sein Konzept zu erfahren. (Foto-Credit: StadtBESTEN)

Wir merken schnell, dass Rainer Kiefer seine Langlaufschule mit ganz viel Begeisterung und Herzblut betreibt. Als Sportpsychologe mit einem pädagogischen Hintergrund, hätte seine Berufswahl klassischerweise auf eine Beratertätigkeit fallen müssen. Stattdessen entschied er sich dazu, eine Skilanglaufschule zu eröffnen. Es folgten Trainerlizenzen in über zehn Disziplinen. Auch heute noch gibt er immer wieder selbst Kurse, um, wie er sagt, „am Ball zu bleiben”. Neben seiner Funktion als Bundesstützpunktkoordinator vom DSV, hat Rainer Kiefer mehrere Lehraufträgen an Hochschulen und Universitäten in Baden-Württemberg. Außerdem bietet er Veranstaltungen zu den Themen Teamentwicklung und Führungskräftetraining, die bislang von Unternehmen wie Daimler AG und thyssenkrupp elevator oder aber von Sportvereinen wie dem SC Freiburg oder dem TSG 1899 Hoffenheim wahrgenommen wurden.

Vom Biathlon ist Rainer Kiefer absolut überzeugt. Diesen Sport kann man so gut wie sein ganzes Leben lang treiben. Außerdem ist der Skilanglauf gesund, man ist an der frischen Luft und mitten in der Natur. Vom Training her ist es eine sehr variable Sportart: während man im Winter ganz klassisch im Schnee trainiert, kommen im Sommer Rennrad, Mountainbike und Skiroller zum Einsatz, aber auch schwimmen oder laufen gehören dazu. Zum Einstieg entscheiden sich die meisten für einen Gruppenkurs, es folgen einige Einzelstunden und dann kann man sich auch schon alleine auf die Strecke wagen.

Mittlerweile trägt die Langlaufschule als einzige in Deutschland den Titel der DSV Skiakademie für Langlauf. Dies ist eine große Besonderheit, denn die Voraussetzungen, um diese Bezeichnung für sich beanspruchen zu können, sind sehr streng. Die Lage der Skianglaufschule spricht für sich: auf der einen Seite befinden wir uns auf dem schneesichersten Bundesstützpunkt, dem schneesichersten Langlaufzentrum in Deutschland und damit auch dem Standort mit den meisten Betriebstagen. Gleichzeitig liegt die wärmste Stadt Deutschland nur eine halbe Stunde Autofahrt entfernt. Zusammen mit den umliegenden Radwegen, mit den Strecken in die Täler hinein, dem Olympiastützpunkt, der Uni Freiburg und der Bundeswehr sehen manche den Standort als Geheimtipp und das weltweit beste Trainingsgebiet für Ausdauersport.

Wir sind uns sicher, dass wir bis zu unserem nächsten Besuch auf dem Notschrei nicht lange warten werden! 

Wenn ihr auch mal reinschnuppern wollt oder euren Freunden oder Familie eine Freude bereiten wollt – für die Kurse könnt ihr auf der Homepage der Skilanglaufschule auch Gutscheine erwerben.

Mehr Informationen erhaltet ihr auf der Nordic-Schule Notschrei und auf der Facebook-Seite.