8. August 2017 Wie das Handy zum Bodyguard wird – Ein Freiburger entwickelt App die das Sicherheitsgefühl wieder zurück auf die Straßen bringen soll

Wie das Handy zum Bodyguard wird  – Ein Freiburger entwickelt App die das Sicherheitsgefühl wieder zurück auf die Straßen bringen soll

Es ist schon dunkel draußen und ihr seid auf dem Heimweg. Euer einziger Begleiter ist dieses ungute Gefühl, schutzlos zu sein. Warum nehmt ihr nicht euren eigenen Bodyguard mit? Mit der App “myBodyguards” geht genau das. Wie? Das erfahrt ihr hier. [sponsored]

Sicherheit ist ein menschliches Grundbedürfnis. Dieses Grundbedürfnis wurde im Jahr 2016 bei uns Freiburgern enorm erschüttert, als in kurzen Abständen hintereinander gleich zwei Frauen einem Gewaltverbrechen zum Opfer fielen. Beinahe jeden Tag werden wir mit neuen Schreckensmeldungen konfrontiert. Die Unsicherheit der Freiburger war schon lange nicht mehr so groß wie in den letzten Jahren. Frauen gehen nicht mehr mit gutem Gefühl alleine im Wald joggen, ältere Menschen fühlen sich unsicher auf unseren Straßen. Eure Verunsicherung ist nicht spurlos an uns vorbeigegangen. Darum begannen wir zu recherchieren und sind dabei auf eine Sicherheitsapp gestoßen, die angeblich alle bisherigen Sicherheitsapps in den Schatten stellt. Auf der Homepage von myBodyguards steht:

„Bist Du unterwegs? myBodyguards gibt dir auf allen Wegen im Alltag ein besseres Gefühl.“

Entwickelt wurde die App von Vater eines Sohnes, Clemens Wichmann. Wir haben nicht lange gezögert und ihn und seinen mitwirkenden Kollegen, Feuerwehrmann Klaus Hoch zu uns in die Redaktion eingeladen.

Klaus Hoch (links) und Clemens Wichmann (rechts)

Als Clemens Wichmann über myBodyguards spricht, wird seine emotionale Verbindung zu dem Thema spürbar.

„Den Ursprung hatte die Idee, als letztes Jahr hintereinander zwei Frauen ermordet wurden. Ich konnte kaum glauben, dass so etwas hier in unserer Stadt passiert. Meine Freunde und ich haben alle Kinder und wir leben auch schon immer hier. Wahrscheinlich habe mich deshalb ein wenig hineingesteigert und begonnen, meine Fähigkeiten als Softwareentwickler zu nutzen. Daraus entstand myBodyguards, ein Sicherheitstool, das im Alltag genutzt werden kann, um Gefahrensituationen abzuwenden.“ – Clemens Wichmann

Ein integriertes Tutorial führt euch durch die Anwendung von myBodyguards

Wichmann schaffte es, mit Unterstützung von Klaus Hoch, innerhalb von acht Monaten ein leicht zu bedienendes Tool zu entwickeln. Wenn ihr außer Haus gehen möchtet, euch aber nicht sicher fühlt, schaltet ihr die App ein und sucht euch aus einer Liste mit Kontakten einen Sicherheitspartner heraus. Sobald der auserwählte Bodyguard die Begleitungsanfrage bestätigt hat, seid ihr mit diesem verbunden. Er wird die ganze Zeit metergenau sehen können, wo ihr euch befindet. Zu Hause angekommen, könnt ihr mit einem Klick eine Mitteilung senden. So erfährt euer Bodyguard, dass ihr sicher zuhause angekommen seid.

Ihr könnt jederzeit mit eurem Bodyguard telefonieren

Wirklich entscheidend wird die App, wenn ihr auf dem Weg tatsächlich überfallen werdet. In einer brenzligen Situation ist es unwahrscheinlich, dass ihr mit eurem Handy einen Notruf absetzen könnt. Für diesen Fall hat die App eine Funktion, die sie von anderen Apps abhebt: das Senden eines Notrufs per Spracherkennung. Bereits vor Beginn der Begleitung müsst ihr ein persönliches Hilfe-Wort aufnehmen. Durch das Rufen dieses Wortes wird dem ausgewählten Begleiter eine Nachricht und eine Email mit den genauen Ortsdaten geschickt. Wie genau die App funktioniert, erklärt ein integriertes Tutorial, das euch durch die Anwendung führt.

Uns interessiert, warum der Notruf nicht direkt an die Polizei gesendet wird, schließlich würde das Zeit sparen.

„Man möchte ja testen, ob die App funktioniert und es kann auch passieren, dass man das Hilfe-Wort aus Versehen sagt. Der Begleiter kann ganz einfach versuchen, seinen Schützling zu erreichen und gegebenenfalls die Polizei rufen. Wenn er sich in der Nähe aufhält, dann kann er auch selbst los laufen, um das Schlimmste zu verhindern.“ – Clemens Wichmann

Welches Wort geeignet ist, kann jeder für sich selbst entscheiden. In einer brenzligen Situation traut ihr euch vielleicht nicht, nach Hilfe zu rufen. Wichmann selbst wählte das Wort „Paul“, der Name seines Hundes, der für ihn sein persönlicher Bodyguard ist. Klaus Hoch wählte für sich „Finger weg“. Es können auch mehrere Wörter aufgenommen werden, wie zum Beispiel der Name eurer Begleitperson.

Klaus Hoch (links) und Clemens Wichmann (rechts) zeigen uns Schritt für Schritt, wie myBodyguards funktioniert

Natürlich ist myBodyguards auch eine Erleichterung für junge Frauen, die nach Einbruch der Dunkelheit noch eine Freundin besuchen möchten und Eltern von Jugendlichen, die besorgt sind, ob ihre Kinder nach einer Party auch wirklich sicher zu Hause ankommen. Interessant ist die Wegbegleitung auch für alle Outdoor Fans. Ob Drachenflieger, Wanderer, Mountainbiker, Jogger oder Kletterer. Wer gerne alleine auf riskante Touren geht, für den kann myBodyguards lebensrettend sein. Wenn etwas passiert und man schwer verletzt auf dem Boden liegt, kann man nach seinem Handy rufen, das sofort den Standort verschickt. Ebenso ist die App auch eine eine Option für LKW-Fahrer, die allein auf dem Parkplatz übernachten müssen oder Autofahrer, die nachts auf den Straßen unterwegs sind. Sie gibt ein gutes Gefühl, sich hier nicht allein zu fühlen. Nutzbar ist die App nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

myBodyguards ist auch für Seniorenheime und Demenzpatienten sinnvoll einsetzbar. Selbst wenn sich diese Generation mit Technik nicht so gut auskennt, könnt ihr das Handy in die Tasche stecken und Oma oder Opa getrost loslaufen lassen. Auf dem Bildschirm könnt ihr dann jederzeit metergenau erkennen, wo sie sich gerade befinden.

Klaus Hoch erinnert sich an einen Feuerwehreinsatz:

„Vor ein paar Monaten wurde eine vermisste Person gesucht. Sie ist früh morgens Brötchen holen gegangen und kam nicht wieder zurück. Es gab ein Riesen-Aufgebot von Hundestaffel, Feuerwehr und Polizei. Sie haben das gesamte Gebiet durchkämmt. Letztendlich war sie mit der Straßenbahn von Gundelfingen nach Littenweiler gefahren.“ – Klaus Hoch

„So eine Situation ist wahnsinnig, da rücken sie mit Hubschrauber und gesammelter Staffel an und finden die Leute nicht!“ – Clemens Wichmann

Clemens Wichmann führt myBodyguards vor

An diejenigen unter euch, für die Sicherheit auf den Freiburger Straßen auch ein Thema ist: Bald kommt die Baden Messe, auf der es einen Thementag zur Sicherheit auf den Freiburger Straßen geben wird. Auch Clemens Wichmann und Klaus Hoch könnt ihr hier treffen und euch die App von den Entwicklern höchstpersönlich zeigen lassen. Wer sich bis dahin nicht gedulden möchte, kann sich über die Facebookseite an die myBodyguards-Entwickler wenden.

Wenn auch ihr jetzt neugierig auf die App seid, könnt ihr sie hier für euer Androidhandy und hier für euer iPhone herunterladen!