24. Januar 2018 Bezahlbarer Wohnraum soll abgerissen werden

Bezahlbarer Wohnraum soll abgerissen werden

Die Genossenschaft Familienheim plant in der Wiehre langfristig etwa 300 Wohnungen zu modernisieren. Die Quäkerstraße soll nun als erstes abgerissen werden. Die Anwohner fürchten steigende Mietpreise und protestieren nun in Form einer Bürgerinitiative.

Im September 2017 wurden die Anwohner der Quäkerstraße 1, 3, 5, 7, 9 in einem Schreiben der Baugenossenschaft Familienheim darüber informiert, dass ihre Wohnungen einer „Neuerrichtung“ unterzogen werden sollen. Ein Euphemismus für das, was nun geplant ist: Der Abriss einer ganzen Häuserreihe. Über 40 Mieter sind von der geplanten Maßnahme betroffen.

Die Familiengenossenschaft Freiburg, die in Freiburg 2.700 Wohneinheiten verwaltet, begründet das geplante Vorhaben wie folgt: Die betroffenen Wohnungen seien alt und marode. Eine Sanierung sei nicht mehr möglich. Aus „strukturellen und planerischen“ Notwendigkeiten soll nun also abgerissen werden. Wohnungen sollen schließlich nicht nur bezahlbar, sondern auch zeitgemäß sein.

Tatsächlich sind die Wohnungen in der Quäkerstraße schon 60 bis 80 Jahre alt, allerdings laut Aussagen der betroffenen Bewohner alles andere als unbewohnbar. Die meisten fühlen sich in ihren Wohnungen sehr wohl und begrüßen vor allem die (noch) günstigen Mieten von beispielsweise 450€ kalt für eine 52 qm Wohnung.

Viele fürchten die neuen geplanten Mietpreise von 11 bis 13,50€ pro Quadratmeter in den Neubauwohnungen – eine Mietsteigerung von bis zu 50% im Vergleich zur aktuellen Miete. Dies könnte sich fast keiner der Bewohner mehr leisten und viele müssten nach der Umgestaltung in Folge dessen umziehen. Der Vorwurf der geplanten Gentrifizierung, also der Strukturwandel in bestimmten Stadtvierteln, verursacht durch das Sanieren oder Abreissen von alten Wohnungen mit einer gleichzeitigen Mietsteigerung, die ärmere Bevölkerungsschichten zwingt den Wohnort zu wechseln um Platz für zahlungskräftigeres Klientel zu schaffen, liegt im Raum.

Aus diesem Grund formiert sich nun Widerstand seitens der Bewohner und Mitgliedern des Stadtrats gegen das geplante Vorhaben. Aktuell wird auf beiden Seiten hart um eine Entscheidung gekämpft – eine Online-Petition läuft noch.

Wenn ihr euch auch mit eurer Unterschrift beteiligen wollt: Hier geht’s zur Online-Petition.

Quelle: www.wiehre-für-alle.de

Foto-Credit: StadtBESTEN