4. November 2016 Afghanische Küche modern interpretiert: Magellan

Afghanische Küche modern interpretiert: Magellan

[sponsored] Noch sind viele orientalische Spezialitäten hierzulande eher unbekannt. Kabuli Palau? Aschak? Das sagte uns nichts, bevor uns das afghanische Restaurant Magellan in Freiburg Betzenhausen eingeladen und auf eine Entdeckungsreise in die Kultur des Orients und Okzidents mitgenommen hat.

Bei unserer Ankunft haben wir gleich das Gefühl, eine völlig neue Welt zu betreten. Üppig verzierte Tapeten, ein schummrig warmes Licht und orientalische Musik im Hintergrund sorgen für ein Ambiente aus 1000 und einer Nacht. Herr Nazari, der Besitzer des Restaurants und sein Sohn Timor erwarten uns schon. Freundlich werden wir in Empfang genommen und setzen uns für einen kleinen Plausch in das Séparée. Dieser abgetrennte Raum mit Sitzbänken rund um einen Tisch ist übrigens immer geöffnet und kann auch von Gruppen oder Pärchen reserviert werden, die etwas Privatsphäre wünschen. Die Kissen und Teppiche schaffen eine gemütliche Atmosphäre. Auch wenn die Einrichtung aus einer ganz anderen Kultur stammt, fühlt man sich hier heimisch.

Das Séparée gleicht einem gemütlichen kleinen Wohnzimmer.

Warum die Wahl auf den Namen „Magellan“ gefallen ist, erfahren wir, als Herr Nazari uns von der Grundidee, die hinter dem Restaurant steckt, erzählt. Magellan war ein Entdecker und auch die Kundschaft des Restaurants soll bei Ihrem Besuch eine neue Welt entdecken.

Uns geht es uns darum, die Offenheit zu zeigen. Wir wollen Tradition und Moderne verbinden. Jeder ist willkommen.

Herr Nazari wollte kein allzu traditionelles Restaurant schaffen. „Sonst hätte ich es nach meiner Geburtsstadt benennen und viel mehr Teppiche auslegen müssen“, lacht der Besitzer. Stattdessen will er zeigen, dass die Türen des Magellans für alle Kulturen und Religionen offen stehen: So findet man zwischen den Dekorationen auch indische Götter und eine Buddha-Statue. Herr Nazari engagiert sich zudem in der deutsch-afghanischen Initiative und möchte einen positiven Zugang zu der Kultur seines Landes schaffen. Aus diesem Grund werden im Magellan auch handgemachte Stickereien aus Afghanistan ausgestellt und verkauft. Deren Erlös unterstützt die Deutsch-Afghanische Initiative e.V. aus Freiburg.

Doch nicht nur die Dekoration ist hier multikulturell, auch auf Gäste verschiedener Nationen wird sich eingestellt: Die Speisekarte gibt es auf deutsch, englisch und spanisch; eine französische Version ist in Bearbeitung. „Die Nachfrage bei Touristen war einfach groß“, erklärt Sohn Timor. Die Gerichte selbst tragen im Magellan die Namen aus dem Herkunftsland, allerdings wird eine Beschreibung des Gerichts immer mitgeliefert. Beim Bestellen weiß man also was auf den Teller kommt, gerade auch weil im Magellan komplett auf Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker verzichtet wird. Herr Nazari mischt die Gewürze für seine Gerichte stattdessen selbst frisch zusammen. Wer Allergien hat, kann jederzeit nachfragen und sich die Gewürze vorher zeigen lassen – auf Sonderwünsche geht das afghanische Restaurant nämlich gerne ein. So werden unter anderem auch viele Gerichte an die Bedürfnisse von Vegetariern und Veganern angepasst.
Kabuli Palau ist beispielsweise ein typisch traditionelles Festessen – im Magellan wird es allerdings ganz modern auch in einer vegetarischen Version angeboten.

Kabuli Palau ist ein sehr aufwendiges Festessen, vergleichbar hierzulande mit einem Festtagsbraten. Und einen vegetarischen Braten kennt man in der Tradition eigentlich auch nicht. Aber genau das ist eben Magellan.

magellan

Viele Gerichte auf der Karte gibt es auch in einer vegetarischen Variante.

Die Gewürze sind im Magellan ausgestellt – wer nicht so experimentierfreudig ist oder unter einer Allergie leidet kann sich jederzeit an das Personal wenden.

Dann dürfen auch wir endlich probieren. Es gibt Bolani, gefüllte Hefeteigtaschen mit Lauch, Paprika, Tomaten, Zwiebeln, und Kartoffeln, die im Magellan für 9,90 Euro serviert werden, zudem Kabuli Palau, in Tomaten- und Zwiebelsoße geschmortes Lammfleisch mit Basmatireis und gebratenen Auberginen (16,40 Euro). Zum Nachtisch überrascht uns ein Milchreis nach afghanischer Art mit Rosenwasser, Kardamom und Mango Püree. (4,90 Euro). Das Essen schmeckt außergewöhnlich: Die Gewürze und Aromen kennt man aus der deutschen Küche so nicht und gerade das macht es interessant. Am liebsten würden wir uns durch die ganze Karte probieren, gerade auch weil das Restaurant zusätzlich eine Wochenkarte mit 6 verschiedenen Gerichten im Preisrahmen von 4,90 Euro bis 9,20 Euro anbietet. 

Kabuli Palau und Bolani: Wir finden, das Lamm ist extrem zart, der Reis mit Rosinen, Mandeln und Karotten haben ein intensives Aroma.

Nicht der Milchreis, wie man ihn kennt: Das klassische Gericht wird hier mit orientalischer Note zubereitet.

Wer jetzt neugierig geworden ist, sollte aber gerade am Wochenende vorab einen Tisch reservieren, empfiehlt Herr Nazari. Trotz der 80 Plätze, zu denen im Sommer noch weitere 80 Außenplätze auf der Terrasse hinzukommen, ist das Magellan oft ausgebucht. Und das, obwohl die Lage am Seepark in Freiburg Betzenhausen nicht gerade die zentralste ist. Hier kommen die Kunden eben nicht zufällig vorbei, sondern gezielt.

Sehr beliebt im Magellan ist mittlerweile auch das Angebot des Cateringservice und die Möglichkeit, Feierlichkeiten in geschlossener Gesellschaft in dem afghanischen Restaurant abzuhalten. Für bis zu 80 Personen wird dafür ein Buffet mit rund 15 Spezialitäten vorbereitet. Und auch Weihnachten oder Silvester können im Magellan gefeiert werden. „Da die Nachfrage aber groß ist, empfiehlt es sich dafür schon jetzt einen Tisch zu reservieren“, rät Herr Nazari mit einem Augenzwinkern und verabschiedet sich damit von uns.

An diesem Mittag haben wir auf jeden Fall etwas völlig Neues entdeckt, und uns dabei doch heimisch und willkommen gefühlt. 

Im Internet findet ihr das Magellan übrigens hier und auch auf Facebook.

 

 

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